27 10, 2021

Wo steht das KFM-Projekt?

2021-10-27T03:56:49+01:0027. Oktober 2021|

Fast 24 Monate läuft das KFM-Projekt jetzt, Zeit für eine kleine Zwischenbilanz.

Kürzlich traf sich deshalb das Projektteam mit Vertretern des kasachischen Landwirtschaftsministeriums (MoA) zur Erörterung des Projektfortschritts.

„34 Trainingstage mit internationalen Experten und 60 einzelbetriebliche Beratungen durch das KFM-Team im laufenden Jahr haben die Pilotbetriebe sichtbar vorangebracht“, zog Uwe Weddige ein erstes Resümee des laufenden Jahres, „besonders die Trainings zur Klauenpflege, zur Futterernte und zur Tiergesundheit wurden von allen Seiten gelobt.“ „Hinzu kommen noch die Webinare mit Agrarian-Credit-Corporation (ACC)“, ergänzte die stv. KFM-Projektleiterin Ainagul Ayaganova. Besonders die Angebote zur Beurteilung von Businessplänen wurden gut angenommen, da die Erkenntnisse sofort bei den Entscheidungsprozessen zur Kreditvergabe an Milcherzeuger Berücksichtigung finden können.

Mutayev Kairat Mendibaevich hob lobend die Qualität des monatlichen erscheinenden Newsletters hervor. Zusammen mit den Merkblättern und Checklisten die allen Nutzern frei zur Verfügung stehen, sei dies eine hervorragende und einzigartige Sammlung an Fachwissen, ergänzte der stv. Direktor des Departments für Tierproduktion und Verarbeitung tierischer Erzeugnisse (MoA). Ebenfalls einzigartig sei die Qualität der frei zugänglichen Beratungsmodule, die in erster Linie für Beratungsfachkräfte gedacht sind.

In den nächsten Monaten soll die Qualifizierung der Milcherzeugungsberater des Kasachischen Institutes für Tierhaltung und Tierzucht in Almaty (KAZNIIZHIK) nicht nur fortgeführt, sondern weiter ausgebaut werden. „Wir planen die dortigen Berater intensiv im Rahmen unserer einzelbetrieblichen Beratungsmaßnahmen zu schulen und zu trainieren,“ ergänzte der KFM-Projektleiter dazu. Alle Teilnehmer der Runde sind sich darüber einig, dass diese Fachkräfte den Kern der künftigen Milcherzeugungsberatung Kasachstans bilden und ihre Kenntnisse an Kollegen und Landwirte weitergeben sollen.

Uwe Weddige

Foto von l.n.r: Mutayev Kairat Mendibaevich, Ainagul Ayaganova, Svetlana Puchkova, Uwe Weddige

26 10, 2021

Besucherandrang auf der Messe

2021-10-26T15:17:10+01:0026. Oktober 2021|

Vor der modernen Kulisse des EXPO-2017-Geländes und in einer großzügigen modernen Halle zeigten zahlreiche Aussteller ihre Produkte für Ackerbau und Viehhaltung. Einen viel beachteten Auftritt hatte der kasachische Angusverband mit der Präsentation und Auktion herausragender Tiere, aber auch das heimische Kasachische Weißkopfrind kam nicht zu kurz.

Die KazAgro/KazFarm-Messe in Nur-Sultan war in den vergangenen Tagen der Treffpunkt der kasachischen Landwirtschaft. Der Mix der Aussteller beeindruckte viele Besucher, wobei – ohne gezählt zu haben – die Ost- und Mitteleuropäer sowie die Kasachen sich die Waage hielten. Leistungsstarke Traktoren und Erntemaschinen, Düngemittel und Saatgut wurden genauso präsentiert, wie Techniken zur Getreidelagerung und -verarbeitung und drohnengestützte Verfahren für die Bestandsführung im Pflanzenbau.

Landwirtschaft hat eine große Bedeutung für die kasachische Wirtschaft, das war allein durch die Vielzahl der Besucher auf dem Gemeinschaftsstand des deutschen Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zu spüren.

Auch viele Pilotbetriebe des KFM-Projektes fanden den Weg zur Messe und nahmen sich Zeit für Gespräche mit den beiden Projektleitern: „Wie können wir unsere Betriebe weiter optimieren und woher bekommen wir qualifiziertes Personal dafür?“ Diese Überlegungen standen genauso im Mittelpunkt der Gespräche mit Ainagul Ayaganova und Uwe Weddige, wie die Fragestellung nach geeigneter Labordiagnostik für Milch, Futter und Veterinärwesen als Basis für eine erfolgreiche Beratung in der Milcherzeugung.

Uwe Weddige

Foto: Dr. Olga Hunger (Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft) bei ihrer Begrüßungsrede

18 10, 2021

Team verstärkt

2021-10-18T08:05:33+01:0018. Oktober 2021|

Das Projektteam wächst um einen weiteren Mitarbeiter: Bakdaulet Tursynbay (23) unterstützt ab sofort Ainagul Ayaganova und Uwe Weddige in der Beratung der 16 Pilotbetriebe im nördlichen Kasachstan: „wir möchten unsere Beratungsarbeit und die Hilfe zur Umsetzung unserer Empfehlungen weiter intensivieren“. Die Kosten für diese Mitarbeiterstelle übernimmt   vereinbarungsgemäß das Institut für Tierzucht und Tierhaltung in Almaty (KAZNIZHIK) als Projektpartner.

Bakdaulet Tursynbay hat an der Kasachischen Agrartechnischen Seifullin-Universität in Nur-Sultan „Landtechnik“ studiert. Anschließend nahm er erfolgreich am Internationalen Masterstudiengang „Agrarmanagement“ an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf teil. Seine nächsten Stationen waren bei KAZ Chemicals Trading House und Vitaprofi GmbH.

Im Team wird er sich intensiv mit der Erfassung und Auswertung der biologischen und wirtschaftlichen Daten der Pilotbetriebe beschäftigen und außerdem die Einsätze der internationalen Experten unterstützen.

18 10, 2021

Tiergesundheit – Infektionen vorbeugen

2021-10-18T05:34:17+01:0018. Oktober 2021|

Wie lassen sich Schwachstellen der Tiergesundheit in der Herde finden und beseitigen? Wo sind die Ursachen und welche Tools helfen bei der Findung von Lösungen?

Aus ganz Kasachstan waren Zootechniker, Tierärzte und Agraringenieure aus staatlichen und privaten Forschungseinrichtungen ins Deutsche Agrarzentrum (DAZ) nach Chaglinka gekommen, um mit Dr. Mark Holsteg über Lösungen zur Stärkung der Rindergesundheit zu diskutieren.

Mit den Worten „neue Betriebe steigen in die Milcherzeugung ein, vorhandene Betriebe intensivieren ihre Produktion, aber viele klagen über Gesundheitsprobleme. Wir müssen etwas tun!“ begrüßte die Direktorin des DAZ Olessya Kobzeva den deutschen Experten und die Teilnehmer.

Gleich zu Beginn führten die Rinderfachleute rege Diskussionen zur Entstehung von Mastitiden und zur Einteilung der auslösenden bakteriellen Erreger. „Eine zufriedenstellende Eutergesundheit der Herde erreicht man vor allem durch die Senkung der Neuinfektionsrate und mit einem verkürzten Infektionsgeschehen,“ erläuterte dazu Dr. Holsteg.

Ohne Erkennung und Minderung von Risikofaktoren im Betrieb sei keine Schwachstellenanalyse denkbar, so der Fachtierarzt. Außerdem sei eine erregerspezifische Behandlungsstrategie, die Merzung unheilbar kranker Kühe und die Senkung immunschwächender Einflüsse wichtig. „Aber auch die Kontrolle der Melkroutine und der Melktechnik sowie der Einsatz von Dippmitteln müssen unter die Lupe genommen werden“, ergänzte Dr. Holsteg, ebenfalls im Focus ständen die Faktoren Kuhkomfort und Hygiene. Die intensive Pflege der Liegeboxen und die entsprechend gute Sauberkeit der Kühe würden sich stets in der Eutergesundheit widerspiegeln.

Auch die Diskussionen zur Kälbergesundheit nahmen einen großen Raum während der Veranstaltung ein. „Tun Sie alles, um den Infektionen in den ersten Lebenswochen zu begegnen“, empfahl Dr. Holsteg, „nur gut betreute Kälber in bester hygienischer Umgebung haben die Chance, eine leistungsstarke Milchkuh zu werden.“

Uwe Weddige, KFM-Projektleiter

14 10, 2021

Eutergesundheit als Schlüsselfaktor

2021-10-14T02:09:03+01:0014. Oktober 2021|

Eutergesundheit als Schlüsselfaktor

Melken macht Spaß – aber nur, wenn die Eutergesundheit stimmt. Aber was steht im Vordergrund, wie bleiben Euter gesund und welche Maßnahmen sind unerlässlich?

Die Erhaltung der Eutergesundheit bei Kühen ist schon fast ein Hobby von Dr. Mark Holsteg. Der Tierarzt berät seit mehr als 15 Jahren milcherzeugende Betriebe. „Euterkranke Kühe geben weniger Milch, die Nutzungsdauer und somit die Lebensleistung verringert sich“, an dieser Aussage ließ der deutsche Fachtierarzt keinen Zweifel aufkommen.

Während seiner Beratungsreise zu Betrieben im nördlichen Kasachstan erläuterte er, wie wichtig die Einhaltung eine strenge Melkhygiene ist und er forderte die Melkerinnen auf: “reinigen Sie die Zitzen vor dem Melken gründlich und dippen Sie nach dem Melken“. Aber oftmals musste er auch feststellen, dass es an einer regelmäßigen Wartung der Melkanlagen mangelt. „Überprüfen Sie Ihre Melktechnik wie Melktakt, Melkvakuum und Reinigungseinstellung kontinuierlich und wechseln Sie die Zitzengummis, wenn die angegebenen Betriebsstunden erreicht sind“, riet er den Betriebsleitern.

Wichtige Hinweise gab der Experte zum Melkmanagement: „trennen Sie Tiere mit Eutererkrankungen von der Herde und melken Sie diese stets als Letztes.“

Auch Verbesserungsmöglichkeiten in der Pflege der Liegeboxen sprach Dr. Holsteg an: „streuen und reinigen Sie die Boxen täglich. Verwenden Sie geeignetes Streumaterial und desinfizieren Sie die Boxen regemäßig mit Kalk“. Wenn möglich, sollten sich die Kühe nicht sofort nach dem Melken hinlegen. Durch den dann noch unverschlossenen Strichkanal können Keime leicht in das Euter eindringen, begründete er diesen Tipp. Außerdem wies er auf die Rolle von Fütterung und Stallklima hin: „sorgen Sie für eine optimale Versorgung mit Mineral- und Zusatzstoffen und kümmern Sie sich besonders in der warmen Jahreszeit um frische Luft im Stall.“

Die Nachfrage nach Schulungen und Trainings ist ungebrochen. Das KFM-Team bietet daher neben den anderen Trainings zur Milcherzeugung in 2022 weitere Veranstaltungen zur Eutergesundheit an.

 

Uwe Weddige, Projektleiter

 

13 10, 2021

Keine Angst vor Klauenpflege

2021-10-13T04:53:12+01:0013. Oktober 2021|

Bei Kühen auf der Weide erhalten die Klauen mit jedem Schritt einen angemessenen Abrieb und das Einsinken in den weichen Boden entlastet die Klauen. Bei der Stallhaltung dagegen gehen die Rinder auf hartem Boden. Beim Auftreten werden zuerst der Ballen und dann die Aussenklaue belastet, die Innenklaue folgt zeitversetzt nach. Auf hartem Boden kann die Klaue nicht einsinken. „Die Klauenspitze wird weniger abgenutzt und immer länger, vor allem die hinteren Aussenklauen werden durch den übermäßigen Druckreiz immer höher“, erklärt Holger Plowka.

Der Klauenexperte aus Fehrow in Deutschland trainierte kürzlich Fachkräfte von milcherzeugenden Betrieben und Milcherzeugungsberater. Die Touren führten Holger Plowka in die Regionen Kostanay, Pawlodar, Akmola und Nord-Kasachstan. 31 künftige Klauenpfleger nahmen nach den jeweils 2tägigen Trainings ihr Zertifikat entgegen.

„Die meisten Klauenprobleme sehe ich auf Betrieben mit schlechten Liegeboxen“, berichtet der deutsche Experte aus seinen Erfahrungen. Haben die Kühe nur wenig Platz zum Aufstehen, Abliegen und Liegen oder sind die Liegeboxen hart, nass und verschmutzt, desto mehr stehen die Tiere. „Stehen ist Gift für die Klauen“, hält Plowka fest, „ebenso auch verschmutzte und nasse Laufbereiche, durch zu lange Arbeitspausen des Mistschiebers“.

Die Nachfrage nach Trainings zur Klauenpflege ist groß. Jeder Teilnehmer soll ausreichend Zeit haben, unter Anleitung des erfahrenen Klauenpflegers zu arbeiten. Daher können nicht mehr als 6 Personen an den 2tägigen Schulungen teilnehmen. Das KFM-Team wird aber in 2022 weitere Trainings anbieten.

Uwe Weddige, Projektleiter KFM

12 10, 2021

Ohne Qualitätssilage geht es nicht!

2021-10-12T08:32:03+01:0012. Oktober 2021|

Wann ist der optimale Erntetermin von Mais? Was ist überhaupt Qualitätssilage und welche Häcksellänge ist richtig? Wie funktioniert eine luftdichte Folienabdeckung und warum ist sie so wichtig?

Mit Mais kennt er sich Jan Hendrik Puckhaber als Leiter eines der führenden Milchviehbetriebe im nördlichen Mecklenburg-Vorpommern bestens aus. Seit über 10 Jahren berät er milcherzeugende Betriebe. Sein Schwerpunkt ist die Fütterung.

Seine Beratungsrundreise führte den 41jährigen zusammen mit dem KFM-Team zu acht Betrieben in den Regionen Nord-Kasachstan, Akmola und Pawlodar. Überall lief die Ernte auf Hochtouren. „Die meisten Probleme sehe ich in der ungenügenden Zerkleinerung der Pflanze, viel Reserven stecken in der vollständigen Zerkleinerung der Körner und in der Festlegung des richtigen Erntetermins“, erläutert der deutsche Experte aus Rostock. Die optimale Häcksellänge ist abhängig vom Trockenmassegehalt der Pflanze, „je trockener, desto kürzer muss gehäckselt werden, nur so lässt sich das Erntegut ausreichend verdichten“ hält Puckhaber fest. Dabei richtet sich sein Blick auf unzerkleinerte Lieschblätter, „entweder sind die Häckselmesser stumpf, die Gegenschneide ist nicht richtig eingestellt oder der Durchsatz des Häckselaggregates ist zu gering“, kommentiert er das Erntegut.

Wichtige Hinweise gab der Experte auch zur Verdichtung: „bei den heutigen Häckslerleistungen benötigt man mindestens zwei schwere Schlepper, einen davon mit Schiebeschild, die ununterbrochen walzen“. Auf den Siloplätzen demonstrierte er die Abdeckung einer doppelten Folie. Jedes Flattern, auch „Pumpen“ genannt, muss wegen des Sauerstoffeintrags vermieden werden, „das geht nur mit einer sorgfältigen ganzflächigen Abdeckung“.

Auch bei diesem Experteneinsatz war wieder festzustellen, wie groß die Nachfrage nach Trainings ist. Mehrere Herdenmanager fragten nach längeren Schulungen. Das KFM-Team wird daher neben den anderen Trainings zur Milcherzeugung in 2022 weitere Veranstaltungen zur Futterkonservierung anbieten.

Bakdaulet Tursynbay

6 09, 2021

Neustart mit 600 Milchkühen

2021-09-06T04:03:56+01:006. September 2021|

Die Baumaschinen sind weithin zu hören und schon aus großer Entfernung kann man die neuen Gebäude auf unserem Pilotbetrieb im Gebiet Nordkasachstan „Prekrasnoe“, zu Deutsch: „das Schöne“ erkennen. Wo im Herbst noch Gras wuchs, stehen nun zwei Liegehallen und ein Melkhaus. Die Arbeiter betonieren in diesen Wochen die Lauf- und Liegefläche, um im Anschluss mit der Montage der Stalleinrichtung und des Melkstandes zu beginnen.

Keinen einzigen Bewohner gab es mehr im Ort, bis Bakhyt Mazhitovich sein Heimatdorf wiederbelebte. Neben der neuen Stallanlage ließ er fast zehn neue Wohnhäuser für die Mitarbeiter des Betriebes und deren Familien errichten.

Das Projektteam berät die Handwerker vor Ort in kleinen und auch größeren Detailfragen. Uwe Weddige, der über umfangreiche Beratungserfahrung beim Bau von Milchviehställen verfügt, beantwortet viele Fragen zu bautechnischen Details und zur Bauausführung allgemein. Das Bautempo ist rasant, aber die Rinder stehen im Exportland bereits in Quarantäne und die Liefertermine rücken näher. „In dieser Bauphase steigen die fachlichen Anforderungen an die Monteure beinahe täglich, es muss sorgfältig gearbeitet werden, um die Zeitpläne der folgenden Gewerke nicht zu gefährden,“ erläutert Uwe Weddige. Der KFM-Projektleiter und Bauexperte rät dazu, das Tempo keinesfalls zu verringern, eher sei es wichtig, jetzt richtig „Gas zu geben“.

Ainagul Ayaganova, stellv. Projektleiterin KFM

23 08, 2021

Leistung lohnt sich

2021-08-23T02:25:42+01:0023. August 2021|

Hohe Milchleistungen beeinflussen die Wirtschaftlichkeit der Milchproduktion deutlich positiv. Das zeigen die Auswertungen der biologischen und wirtschaftlichen Daten in den KFM-Pilotbetrieben.

Aus den vorliegenden Zahlen lässt sich insgesamt ein positiver Einfluss der Herdengröße auf das Leistungsniveau ablesen. Dies verwundert nicht, da in größeren Herden die Produktionstechnik häufig andere Maßstäbe setzt. Dazu gehören eine stärkere Gruppenbildung und damit bessere Ausfütterung der Tiere sowie die konsequentere Durchführung von Prophylaxe- und Routinemaßnahmen. Negative Einflüsse hoher Milchleistungen auf die Bestandsergänzungsrate sind nicht erkennbar.

Hohen Leistungen gehen mit bestem Management einher, zu diesem Ergebnis kamen kürzlich der Experte für Betriebszweigauswertungen Dr. Frank Wesenberg (IAK Leipzig) und Uwe Weddige (Projektleiter KFM).

Die in den Pilotbetrieben ermittelten Zahlen belegen eindeutig, dass höhere Milchleistungen betriebswirtschaftlich sinnvoll sind. Die Milcherlöse machen mit fast 90 % den Löwenanteil der Marktleistung aus. Die Milchleistungssteigerung stößt erst dann an physiologische Grenzen, wenn es nicht mehr gelingt, die Kühe entsprechend ihres Leistungsniveaus auszufüttern oder wenn in der Folge vermehrt Stoffwechselprobleme auftreten. Das ist aber in keinem der Pilotbetriebe erkennbar.

Die einzelbetrieblichen Daten sind weder von Dritten einsehbar, noch werden sie veröffentlich. Das Projektteam wird die Auswertungen jedoch in den nächsten Wochen mit den jeweiligen Pilotbetrieben im Rahmen eines Jahresgespräches diskutieren und individuelle Maßnahmenkataloge entwickeln.

Uwe Weddige, Projektleiter KFM

14 08, 2021

Businesspläne richtig lesen

2021-08-14T05:53:25+01:0014. August 2021|

Jede Finanzierung einer größeren Agrarinvestition erfordert einen Businessplan. Oft erstellen Berater diese aufwändigen Unterlagen für den Investor, mit deren Hilfe die jeweilige Bank überzeugt werden soll, notwendige Kredite zu gewähren.

Aber wie wertet eine Bank diese Finanzplanungen aus? Welche Fragestellungen müssen zum Zeitpunkt der Kreditvergabe schlüssig und überzeugend beantwortet sein?

Antwort auf diese Fragen gab Dr. Timm Georg den neun Finanzfachleuten der kasachischen Agrar Credit Corperation (ACC), die kürzlich am Training zur Auswertung von Businessplänen teilnahmen. Der Experte ist bei der NordLB in Hannover an vielen Analyse- und Entscheidungsprozessen zur Kreditgewährung für die Errichtung und Erweiterung von Milchviehställen beteiligt. Mit Hilfe seiner Expertise konnten während des Webinars umfassende Kenntnisse vermittelt und anhand von Fallbeispielen weiterentwickelt werden. Dabei übten die Teilnehmenden nicht nur die Einordnung der Planungen und verschiedene Vorgehensweisen bei der Beurteilung eingereichter Unterlagen, sie diskutierten auch über die Faktoren zur Kreditentscheidung generell.

„Ohne einen genauen Blick auf die betriebswirtschaftliche Erfolgsprognose des Vorhabens können keine belastbaren Entscheidungen im Vergabeprozess getroffen werden“, bestätigte eine der Teilnehmerinnen. Es sei wichtig, die Auswertung der eingereichten Unterlagen immer wieder zu trainieren, da diese für jedes Investitionsvorhaben individuell zusammengestellt würden, so die Finanzexpertin weiter.

Uwe Weddige, Projektleiter KFM

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