26 09, 2022

Effiziente Beratung mit „NIRS-local“

2022-09-26T02:43:26+01:0026. September 2022|

Das neue NIRS-Gerät des KFM-Teams liefert in Minutenschnelle die wichtigsten Qualitätsparameter zu fast allen erdenklichen Futterarten.

Das KFM-Team steht oftmals vor der unlösbaren Aufgabe, konkrete Futterberechnungen und -voranschläge ohne die erforderlichen Daten vornehmen zu müssen. Ohne Analysewerte ist aber keine fundierte Fütterungsberatung möglich.

NIR-Spektroskopie-Geräte sind auch in professionellen Futterlaboren gängig. Gemessen werden dabei per Sensor die Wellenlängen des von der Futterprobe reflektierten Lichts. Auf einem zentralen Server rechnet das Gerät dann aus diesem Signal anhand der für das jeweilige Futtermittel hinterlegten, nasschemisch ermittelten Kalibrierungskurve die Futterparameter der Probe aus.

„Innerhalb von wenigen Minuten erfahren wir die wesentlichen Parameter des Grundfutters, wie Trockenmasse, Rohprotein und nXP, Rohasche, Rohfaser, NDF und ADF, aber auch über NEL, ME, nXP, RNB und UDP“. „Endlich können wir zeitnah arbeiten und den Betrieben aktuelle Berechnungen zur Verfügung stellen“, ergänzt Ainagul Ayaganova, die die Futterberechnungen erledigt.

Uwe Weddige

Foto: KFM

 

15 09, 2022

Künstliche Intelligenz im Kälberstall?

2022-09-15T07:31:35+01:0015. September 2022|

Atemwegserkrankungen bei Kälbern sind ein großes Problem. Man hört immer wieder einzelne Tiere „anstoßen“, die hustenden Tiere zu finden ist sehr zeitaufwändig und oftmals auch Glückssache. Außerdem verhalten sich Kälber anders, wenn der Mensch in der Nähe ist.

SoundTalks®, das Monitoring-System von Boehringer Ingelheim dagegen analysiert den respiratorischen Gesundheitsstatus der Tiere 24 Stunden täglich und das an 7 Tagen der Woche. Begleitend dazu erfasst es Stallklimadaten wie Stalltemperatur und Luftfeuchtigkeit.

Das Frühwarnsystem auf Basis künstlicher Intelligenz (KI) erkennt dadurch Atemwegserkrankungen mit Husten bis zu 5 Tage früher, als eine routinemäßige Tierkontrolle. Es ermöglicht damit einen Behandlungsbeginn, bevor die Tiere ernsthaft erkranken.

Für den Bereich der Ferkelaufzucht ist diese Technik absolut praxistauglich, robust und leicht zu installieren. Das Überwachungssystem besteht aus Monitoren mit Mikrofonen sowie Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsfühlern. Es zeichnet alle Daten rund um die Uhr auf und bewertet sie. Umgebungsgeräusche werden herausgefiltert, hustende Schweine hingegen führen zu einem Alarm. Das System zeigt die Warnungen einerseits direkt im Stall am Monitor, über den betroffenen Schweinen durch eine LED-Leuchte und auch per App auf dem Smartphone an.

Es ist zu erwarten und zu hoffen, dass dieses System in naher Zukunft auch im Kälberstall anwendbar ist.

Uwe Weddige (Quelle: Boehringer Ingelheim Vetmedica)

 

12 09, 2022

Zellbasierte Milch: Trend oder Unsinn?

2022-09-12T08:26:08+01:0012. September 2022|

Milch ohne zu melken, dass ist die Idee des israelischen StartUps Remilk. Mit Hilfe eines Fermentationsprozesses sollen sich Produkte herstellen lassen, die sich in Geschmack und Funktion nicht denen von herkömmlichen Kuhmilch unterscheiden.

Die kuhfreie Milchalternative aus dem Labor entsteht durch Präzisionsfermentation. Bei diesem Vorgang können naturidentische, tierische Moleküle mit Hilfe von Mikroorganismen hergestellt werden. Jetzt soll dafür in Kalundborg, Dänemark die weltweit größte Anlage dieser Art entstehen.

„Einfach ausgedrückt fügen wir das Gen, das für die Produktion von Milcheiweiß bei Kühen verantwortlich ist, in Hefe ein. Anschließend geben wir diese Hefe in Fermenter, wo sie sich vermehrt und echte Milchproteine produziert. Zusammen mit guten Vitaminen, Mineralien und nichttierischem Fett und Zucker entsteht jedes erdenkliche Milchprodukt,“ verspricht Remilk auf seiner Internetseite.

Am neuen Standort plant das Unternehmen nach eigenen Angaben, seine Proteine zur Verwendung in Produkten wie Käse, Joghurt und Eiscreme in einer Menge produzieren, die der Produktion von 50.000 Kühen pro Jahr entspricht. „Das Endergebnis ähnelt zu 100 Prozent ‚echter‘ Milch“, sei aber frei von Laktose, Cholesterin und Antibiotika, betonte der Gründer und CEO Aviv Wolff gegenüber The Times of Israel.

Wolff sagte in der Ankündigung, dass Remilk „sich dafür einsetzt, unsere Milchindustrie auf freundliche und nachhaltige Weise neu zu erfinden. Die Eliminierung der Notwendigkeit von Tieren in unserem Ernährungssystem ist die einzige Möglichkeit, den wachsenden Bedarf unserer Welt zu decken, ohne sie dabei zu zerstören. Wir beabsichtigen, unsere Produktionskapazitäten massiv zu erweitern, um nahrhafte, köstliche und erschwingliche Milchprodukte herzustellen und um die Kühe in den Vorruhestand zu schicken.“

Das Unternehmen sammelte im Januar 2022 in einer Finanzierungsrunde unter der Leitung von Hanaco Ventures, einem in New York und Tel Aviv ansässigen Risikokapitalfonds, 120 Millionen US-Dollar ein. Zuvor hatten neben anderen Investoren bereits das israelische Molkereiunternehmen Tara und der Getränkehersteller Tempo in das StartUp investiert.

Uwe Weddige (Quelle: The Times of Israel)

Grafik: Weddige

9 09, 2022

Hohe Kolostrumqualität sichern

2022-09-09T04:23:24+01:009. September 2022|

Natürliches Kolostrum ist der ideale Weg für Kälber, um eine passive Übertragung der Immunität auf neugeborene Kälber zu erreichen. Aber nicht immer genügt es den qualitativen Anforderungen.

Auf der Jahreskonferenz der Dairy Calf and Heifer Association 2022 berichteten Adam Geiger und Dave Cook über ein „Hybrid-Verfahren“ für die Fütterung von Kolostrum.

Cook empfahl, jede einzelne Charge Kolostrum mit einem Refraktometer zu testen, um die Qualität zu beurteilen. Brix-Werte von > 24 weisen auf ein Kolostrum von ausgezeichneter Qualität hin, das weit über 50 g/l Immunglobulin-G (IgG) enthält und mit einer Dosis von mindestens 4 Litern verfüttert werden sollte. Wenn aber der Brix-Wert nur zwischen 18 und 24 liegt, erweist sich nach seinen Erfahrungen eine Anreicherung als hilfreich. Dies erfolgt über Zugabe von 50 Gramm IgG in Form eines hochwertigen pulverförmigen Kolostrum-Ersatzes.

Das Pulver wird ohne Zugabe von Wasser direkt in 37°C warmes Kolostrum eingerührt. Dabei kann das Kolostrum frisch oder bereits pasteurisiert sein.

Die beiden Referenten sehen den Vorteil dieser anlassbezogenen Kostrumaufwertung in einer bestmöglichen Versorgung der Kälber mit Antikörpern und einer erheblichen Kosteneinsparung gegenüber einem vollständigen Ersatz des mütterlichen Kolostrums auf technischer Basis.

Uwe Weddige (Quelle: https://www.dairyherd.com)

6 09, 2022

Gesundes Futter für unsere Rinder

2022-09-06T03:06:54+01:006. September 2022|

Ernte gut, alles gut? Die Futterernte steht bevor. Die Silos werden mal mehr, mal weniger gut gefüllt sein. Aber wie wird es mit der Qualität der Silagen aussehen? Welche Weichen können Sie jetzt noch stellen?

Kennen Sie den optimalen Erntezeitpunkt Ihrer Früchte? Schafft es der Häcksler, alle Körner zu zerschlagen und ausreichend kurz zu häckseln? Welche Möglichkeiten gibt es, die heilen Körner schnell auszuzählen und die Häcksellänge zu überprüfen? Kennt der Fahrer die richtige Stoppellänge? Stehen ausreichend Walzschlepper zur Verfügung? Sind die Silos vorbereitet? Wo können Sie Ihre Silagen untersuchen lassen? Wie entnimmt man Proben?

Viele Fragen, aber wo kann man ansetzen, um besseres Futter zu ernten? Welche Maßnahmen sind wichtig?

Vielfach ist eine ganze Reihe von Faktoren die Ursache für misslungene Silagen. Wir geben in unserem aktuellen Newsletter wichtige Tipps zum Erntezeitpunkt, zur Häckslereinstellung sowie zur Verteilung und Verdichtung im Silo und wir erläutern die Sache mit der zweiten Folie und der Luftpumpe.

Viele Freude beim Lesen

Uwe Weddige

22 08, 2022

Auf Dippmittel verzichten?

2022-08-22T08:36:59+01:0022. August 2022|

Rot, grün, blau: Das Angebot von Mittel für den Postdipp ist unüberschaubar. Die positive Wirkung von hochwertigen Produkten auf die Eutergesundheit bleibt unumstritten, aber die Kosten für den Mitteleinsatz sind auch nicht unerheblich.

Das Dippen der Zitzen nach dem Melken gilt als anerkannte Maßnahme zur Mastitisvorbeuge. Es hat jedoch keinen heilenden Effekt bei bereits bestehenden Euterentzündungen. Betriebe mit dauerhaft hohen Zellzahlen werden durch den alleinigen Einsatz eines Dippmittels nicht ihre Eutergesundheitsprobleme lösen.

Ein Dippmittel ist genauso ein Teil der Vorbeugestrategie wie saubere Stallumgebung, leistungsgerechte Fütterung, fundiertes Trockenstellmanagement, optimal gewartete Melktechnik, gute Zitzenkondition und nicht zuletzt eine gute Hygiene beim Melkvorgang.

Die Euterhaut wird durch die Reinigung, den Melkvorgang selbst sowie äußere Umwelteinflüsse wie Kälte, Wind, Sonneneinstrahlung oder kalkhaltige Einstreumaterialien stark beansprucht:  die Haut wird rissig und spröde. In Folge können Mastitiserreger leichter in den Strichkanal eindringen. Zudem dauert es nach dem Melken bis zu 30 Minuten, bis sich der Strichkanal völlig verschließt. In dieser Zeit können pathogene Keime in der Zitze eindringen und Entzündungen verursachen.

Dippmittel mit Jod oder organischen Säuren als desinfizierende Komponente gelten als effizient, breitenwirksam und stabil. Nur Dippmittel mit pflegende Komponenten wie Glycerin, Lanolin oder Allantoin erfüllen ihren Zweck vollständig.

An hoher Sorgfalt geht kein Weg vorbei: mindestens 2/3 der Zitze sollten gleichmäßig vom Dippmittel bedeckt werden, eine Tropfenbildung an der Zitzenspitze ist erwünscht. Das Präparat muss mehrere Minuten einwirken, Kot, Harn oder Milch beeinträchtigen die Wirkung. Die Applikation des Mittels erfolgt stets unmittelbar nach Abnahme des Melkzeuges. Zu diesem Zeitpunkt ist der Strichkanal noch offen und das Dippmittel kann dort eindringen und Keime abtöten.

Beim Tauchverfahren mittels Dippbecher finden zähflüssige Barrieredippmittel Verwendung. Eine Verschleppung von Erregern ist bei hochwertigen Produkten nicht gegeben. Voraussetzung ist die Anwendung eines Dippbechers mit Rücklaufsperre (non-return), mit dem verhindert wird, dass die Lösung vom Oberteil in den Vorratsbehälter zurücklaufen kann. Stattdessen kommt durch Drücken auf den Behälter immer neues Mittel ins Oberteil. Natürlich sind diese Becher täglich zu säubern.

Uwe Weddige

18 08, 2022

Milben kosten Milch!

2022-08-18T04:47:39+01:0018. August 2022|

Die kleinen Spinnentiere sind zwar ständige Begleiter der Rinder, aber nur bei Haltungs- und Fütterungsmängeln werden sie aktiv. Sie ernähren sich von Körpersubstanzen des Rindes. Ihre Vermehrung erfolgt über die Eiablage auf dem Wirtstier. Die Entwicklung vom Ei zur geschlechtsreifen Milbe dauert rund zwei bis drei Wochen.

Je nach Art können sie bis zu 70 Tage auch ohne Rinder überleben. Raue Oberflächen und Kuhbürsten dienen ihnen als Versteck, dunkle, UV-Licht freie Ställe erleichtern ihr Überleben, deswegen sind sie auch besonders im Winter aktiv.

Typische Zeichen sind Haarausfall, der oft mit Juckreiz verbunden ist, sowie die streifenartige Verdickung der borkig und schuppig erscheinenden Haut. Zuerst sind oft Kopf, Hals, Nacken und Kreuzbeinregion mit Schwanzansatz betroffen. Durch die Besiedelung der geschädigten Haut mit Bakterien und Scheuerverletzungen können eitrige und nässende Wunden entstehen. Diese Erkrankungen sind schmerzhaft, die betroffenen Tiere müssen daher unverzüglich tierärztlich behandelt werden.

Milben verursachen Leistungseinbußen bei Milchkühen von über 2 l Milch pro Tag. Eine Bekämpfung ist daher auch ökonomisch wichtig.

Neben den Faktoren rund um das Wohlbefinden des Tieres hat auch die Fütterung einen großen Einfluss auf die Wehrhaftigkeit des einzelnen Rindes. Daher sollten hier die nötigen Verbesserungen zügig eingeleitet werden, um weitere Erkrankungen zu verhindern. Bei einer Nachweisrate von mehr als 12 % eines Bestandes wird zu einer Behandlung des gesamten Bestandes geraten.

Für die Behandlung können nur Wirkstoffe mit einer akariziden Wirkung eingesetzt werden. Die einmalige äußerliche Pour-On-Anwendung ist besonders bei der Steißräude sehr erfolgreich. Bei Saug- und Grabmilben sind Injektionspräparate vorteilhafter

Uwe Weddige

17 08, 2022

Herdenmanager in Haus Düsse

2022-08-17T04:47:27+01:0017. August 2022|

Deutsche Milchviehexperten trainieren eine Woche lang kasachische Tierärzte und Herdenmanager.

Kürzlich reisten neun Mitarbeiter der KFM-Pilotbetriebe nach Deutschland, um an einem Intensivkurs für Herdenmanager teilzunehmen. Bakdaulet Tursynbay (KFM) begleitet die Gruppe während der gesamten Reise, zusammen mit Aigul Lennartz (ADT) übersetzt er die Kommunikation zwischen den Teilnehmern und den Ausbildern des Versuchs- und Bildungszentrum für Landwirtschaft in Haus Düsse.

Tierärzte und Herdenmanager sollen das genetische Leistungspotential einer Rinderherde erkennen und auszuschöpfen. Dabei geht es auch immer um das Wohlergehen und die Gesundheit der Rinder. In Verbindung mit Daten und Kennzahlen reicht Herdenmanagern oft ein geschulter Blick auf die Tiere. In vielen Betrieben organisieren, überwachen und kontrollieren die Rinderexperten aber nicht nur die Tiere und Abläufe im Stall, sie kümmern sich oft auch um die Kollegen. So übernehmen sie das Delegieren von Aufgaben und die Erstellung von Arbeitsplänen.

Der Ausbildungstag in Haus Düsse beginnt morgens mit einem Rundgang durch die Ställe. Dabei wird überprüft, ob die Tiere gesund sind und ob Besamungen notwendig sind.

Tagsüber stehen Übungseinheiten wie die Gesundheit der Tiere, das ordnungsgemäße Melken, die Boxenpflege, die Nachzucht, das Füttern und die Klauenpflege der Tiere auf dem Programm. Außerdem trainieren die Teilnehmer die Erstellung von Arbeitsplänen und die Durchführung von Dokumentationsarbeiten sowie den Umgang mit modernen Techniken zur Brunsterkennung und anderen Managementprogrammen.

Jeder Ausbildungstag endet stets wie er begonnen hat: mit einem Rundgang durch den Stall.

Uwe Weddige

12 08, 2022

Angst erzeugt Stress!

2022-08-12T06:10:24+01:0012. August 2022|

In der täglichen Beratungsarbeit stehen die Tiere im Mittelpunkt, das ist selbstverständlich. Wenn ich einen Viehbetrieb besuche – egal ob in Kasachstan oder in Deutschland –  versuche ich immer, mir ein klares Bild von täglichen Abläufen ​​zu machen. Es beginnt mit „Beobachten und Registrieren“, dem folgt stets das Gespräch mit dem Herdenmanager zur Analyse und Auswertung.

Es ist interessant und wichtig, zu sehen und zu hören, wie das Stallpersonal mit den Tieren interagiert. Zeigen die Tiere Stressreaktionen als Ausdruck von Angst oder bleiben sie „cool“?

Tiere sehen im Menschen oft eine potentielle Gefahr, manchmal ist er für sie auch uninteressant und sie beachten ihn kaum. Auf jeden Fall ist er so etwas wie der „Futtergott“ und er kann auch als Sozialpartner wahrgenommen werden. Alle Varianten erlebe ich in den verschiedensten Ausprägungen.

Fakt ist, dass Stressreaktionen das endgültige Produktionsergebnis deutlich beeinflussen. Stress reduziert die Milchleistung. Ein gutes Beispiel sind die Unterschiede in der Gesamtmelkzeit und Gesamtmilchleistung zwischen verschiedenen den Melkteams auf dem gleichen Betrieb. Herdenmanager kennen diesen Effekt, können ihn oft aber nicht erklären.

Angst und Stress verursachen ein negatives Verhalten des Tieres, Kühe stehen nicht ruhig, geben die Milch nicht her – wir alle kennen diese Situationen. Was passiert? Die Melker werden ungeduldig, der Teufelskreis in der Mensch-Tier-Beziehung beginnt.

In den modernen Haltungsverfahren kommt es kaum noch zu unbelasteten Kontakten zwischen Mensch und Tier. Wenn es überhaupt zu Berührungen kommt, dann verursachen Maßnahmen wie Enthornen, Klauenpflege und Impfungen dem Tier Schmerzen. Im Ergebnis sind erleben die Tiere Angst und Stress und einem Verlust an Tierwohl, dem Mensch widerfährt ein Mangel an Arbeitssicherheit, Effizienz, Ertrag und Zufriedenheit.

Dieser negative Teufelskreis kann nur durch eine Änderung der inneren Einstellung der Tierbetreuer durchbrochen werden. Ändert sich das Verhalten des Menschen positiv, wird sich mit der Zeit auch das Verhalten der Tiere positiv verändern.

Uwe Weddige

Foto: KFM

8 08, 2022

Milchaustauscher richtig dosieren

2022-08-08T06:57:58+01:008. August 2022|

Unter 1.000 g Milchaustauscher pro Tag geht es nicht! Aber nicht nur die Menge, sondern auch die Konzentration des Pulvers beeinflussen maßgeblich die Gesundheit und Entwicklung von Kälbern. Vollmilch und Milchaustauscher (MAT) erfüllen zwar den gleichen Zweck, sie unterscheiden sich jedoch in vielen Punkten.

1 l Vollmilch besteht aus rund 87 % Wasser und zu 13 % aus Feststoffen und Nährstoffen. Vergleicht man die Nährstoffe, Energie und Eiweißgehalt der Vollmilch mit denen von guten Milchaustauschern, werden von einem hochwertigen Milchaustauscher 150 g benötigt, um die Nährstoffe von 1 l Vollmilch mit etwa 13 % Trockensubstanzgehalt zu erreichen. Für 1 Liter fertige Tränke müssen also 850 g Wasser und 150 g Pulver verwendet werden.

Im Winter den „Kältezuschlag” nicht vergessen! Sinken die Umgebungstemperaturen unter 15°C bis zur 3. Lebenswoche bzw. unter 5°C ab der 3. Lebenswoche steigt der Energiebedarf des Kalbes für seine Erhaltung um ca. 30% an. Deswegen sollten mindestens 250 g MAT je Kalb und Tag zusätzlich gegeben werden.

Wassertemperatur im Auge behalten! Nur bei korrekten Temperaturen vermischen sich die Komponenten zu einer stabilen und gut verdaulichen Flüssigkeit. Beachten Sie unbedingt die Angaben des Herstellers.

Kontrolle nicht vergessen! Füllen Sie ein wenig Tränke in ein Glas und beobachten Sie, ob sich Bestandteile auf dem Boden absetzen.

Diese Tipps lesen Sie auch im KFM-Merkblatt „Milchaustauscher (MAT) richtig füttern!“, hier geht es zum Download.

Uwe Weddige

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