22 01, 2026

Kryptosporidien

2026-01-21T07:08:25+00:0022. Januar 2026|

Neugeborene Kälber können bereits in der Abkalbebox die Parasiten-Eier (Oozysten) der Kryptosporidien oral aufnehmen. Schon ab dem 3. Lebenstag entstehen im Dünndarm neue Oozysten, die einerseits eine Infektion im Kalb auslösen und andererseits mit dem Kot ausgeschieden werden und im Anschluss andere Kälber infizieren.

Oozysten sind sehr widerstandsfähig, sie überleben monatelang bei Temperaturen zwischen -17 und +60 °C. Eine schlechte Kolostrumversorgung, mangelnde Hygiene, kaltes und feuchtes Wetter fördern in Kombination mit einem geschwächtem Immunsystem des Kalbes, einem hohen Erregerdruck und Co-Infektionen wie Rota-Corona und E.coli die Infektion.

Ist ein Kalb infiziert, helfen Elektrolyte und Milch in Kombination mit einem Schmerzmittel sowie Vitamin E, Selen und Vitamin B12. Zur Vermeidung von Sekundärinfektionen eignet sich Paromomycin. Zeigt das Kalb keinen Saugreflex, hilft eine Infusion mit Elektrolyte und Natriumhydrogencarbonat. Der Einsatz des Wirkstoffes Halofuginon (z. B. Halocur) ist dagegen nur prophylaktisch möglich. Achtung: Eine Überdosierung kann toxisch sein.

Als Prävention sollte ein Kalb innerhalb von zwei Stunden nach der Geburt vier Liter Kolostrum trinken. Studien bestätigen sogar, dass Kälber mit einem hohen Immunglobulin-Gehalt im Blut eine signifikant geringere Oozysten-Ausscheidung und Durchfalldauer haben.

Eine penible Reinigung und Desinfektion der Kälberboxen ist unverzichtbar. Betonflächen und Arbeitsgeräte im Kälber- und Kalbestall sind besenrein zu säubern, mit einem alkalischen Reiniger einzuschäumen und dem Hochdruckreiniger zu reinigen. Anschließend abtrocknen lassen und mit einer 4 %igen Neopredisan-Lösung desinfizieren. Im Idealfall steht die Kälberbox anschließend fünf bis sieben Tage leer.

Eine weitere Prophylaxemaßnahme ist die Impfung. Bewährt haben sich je eine Injektion zum Trockenstellen in Kombination mit einer zweiten Injektion nach drei Wochen. Dabei ist eine Kombination mit einer weiteren Mutterschutzimpfung (z. B. Rotavec-Corona) problemlos möglich.

Die Impfung kann aber keine sorgfältige Kolostrumversorgung und Hygienemaßnahmen ersetzen.

Uwe Weddige

Foto: KFM

20 01, 2026

Ist Teffgras eine Lösung?

2026-01-20T08:27:52+00:0020. Januar 2026|

Mit Teffgras lässt sich sehr schnell, sehr viel und gleichzeitig hochwertiges Futter erzeugen.

Es wird auch Zwerghirse oder aufgrund seiner Struktur „Engelshaar“ genannt. In Kasachstan könnte es interessant sein, weil es für trockene und sehr trockene Standorte geeignet ist. Durch den hohen Blattanteil enthält es zudem nur wenig Lignin.

Der erste Schnitt kann bereits 35 – 40 Tage nach Einsaat erfolgen, die darauffolgenden Schnitte alle 30 Tage. Teff ist eine robuste und ertragreiche Pflanze, die kaum von Krankheiten oder Schädlingen befallen wird:

–  bis zu 15 Tonnen pro Hektar Trockenmasse im Jahr

–  sehr schmackhaft für eine gute Futteraufnahme

–  bis zu 18% Protein

– blattreiche, weiche Pflanze

–  geringer Stängelanteil, wenig Lignin

–  für trockene und sehr trockene Standorte geeignet

–  als Heu, Silage oder zum Grasen geeignet

In den USA hat sich Teffgras zu einem wertvollen Futter für Vieh und kommerzielle Heuproduzenten entwickelt. Nicht zuletzt, weil es auch bei starker Trockenheit zuverlässig wächst.

Quelle: holtmann-saaten.de  bearbeitet Weddige

Foto: Holtmann

8 01, 2026

Milchaustauscher wiegen, nicht messen

2026-01-08T11:37:07+00:008. Januar 2026|

Milchaustauscher (MAT) sollte eine Vollmilch möglichst gut ersetzen. Dafür muss die Pulvermenge passen. Wer nach Volumen statt nach Gewicht dosiert, liegt oft falsch.
Mit hochwertigem MAT mit 50 % Magermilchanteil lässt sich eine immer gleiche Konzentration der Inhaltsstoffe sicherstellen. Voraussetzung ist aber korrektes Anmischen.
Die Beratungspraxis zeigt, dass viele Betriebe mit hohen Abweichungen Probleme mit Frühdurchfall haben. Anders als vermutet, belasten und übersäuern hohe Konzentrationen an Fett, Eiweiß und Zucker die Verdauung der Kälber. Bei anschließendem Durchfall fehlt ihnen schnell ausreichend Flüssigkeit. Wichtig ist es daher, auf die Herstellerangaben zu achten.
Nur die Kontrolle der fertigen Mischung mit einem Refraktometer gibt Sicherheit. Mit Hilfe der Brix-Werte und einer Tabelle lässt sich die Trockenmasse (TM) ableiten. Nach unseren Erfahrungen entspricht ein Brixwert von 10,3 einer MAT-Konzentration von 120g/l, während 12,9 Brix 140 g/l entsprechen und 14,7 auf 160 g/l hinweisen.
Erfolgreiche Landwirte wiegen den MAT immer ab: Wenn man Pulver oben aus dem Sack nimmt, ist der Messbecher im Vergleich zu Pulver, das sich ganz unten im Sack befindet, deutlich leichter. Außerdem hängt für das Umrechnen der jeweils nötigen Wasser- und MAT-Menge eine Anmischtabelle neben der Waage.
Uwe Weddige                                                                                                                                                                                                                                                                                    Foto © KFM

6 01, 2026

2026 – was möchten Sie erreichen?

2026-01-06T06:08:26+00:006. Januar 2026|

Zum Jahresbeginn geht es beruflich immer etwas ruhiger zu und die Vorbereitungen für die Projektarbeit 2026 sind weitgehend abgeschlossen.

Gerne nutze ich die ersten Tage des neuen Jahres für Überlegungen, was ich in den folgenden Monaten erreichen möchte. Wie ist das bei Ihnen? Welche Ziele haben Sie sich gemeinsam mit Ihrem Team für 2026 vorgenommen? Was möchten Sie unternehmen? Was wollen Sie dazulernen?

Besprechen Sie die betrieblichen Ziele vorab im Team und legen sie diese gemeinsam fest:

  1. Ziele schriftlich fixieren,
  2. Datum der Zielerreichung definieren,
  3. dabei Etappenziele setzen,
  4. zur Motivation gut sichtbar aufhängen!
  5. Niemals mehr als 3 große Ziele benennen!

In vielen Betrieben kommen Ziele wie die Anschaffungen eines neuen Brunstbeobachtungssystems, die Durchführung eines Melktrainings oder auch die Einführung eines planmäßigen Fresh-Cow-Managements in Frage. Vergessen Sie dabei auch nicht die „soft skills“ wie Erholung, Weiterbildung und Teambuilding!

Sobald Sie eines Ihrer Ziele erreicht haben, können Sie dies gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern feiern. So entwickeln Sie Ihren Betrieb weiter und Sie erhalten neue Ideen für weitere Ziele.

Uwe Weddige

23 12, 2025

2035 fehlen 150 Mio. t Milch

2025-12-23T05:04:49+00:0023. Dezember 2025|

„Die Milcherzeuger auf der Welt produzieren einfach zu viel Milch, die der Markt nicht aufnehmen kann“, so beurteilt Philipp Goetz vom IFCN-Netzwerk die aktuelle Lage. Weltweit stünden die Milchpreise derzeit unter Druck, „doch auf lange Sicht sehen wir einen klaren Trend nach oben, da wir ein anhaltendes Milchdefizit erwarten.“

Weltweit steige der Anteil an kaufkräftigen Konsumenten, die mehr Käse und mehr Pizza konsumierten, „wir rechnen bis 2035 mit weltweit ca. 0,8 Milliarden mehr Menschen, so dass wir dafür etwa 15 % mehr Milch benötigen.“ Das sind umgerechnet ca. 150 Mio. t Milch. Ein Mehrbedarf, der in etwa der eineinhalbfachen Menge der aktuell in den USA produzierten Menge entspricht.

In Asien und Afrika, aber auch in Nordamerika steigt die Milchproduktion weiter an. In Asien sorgen staatliche Produktionsanreize für höhere Milchmengen, gleichzeitig sorgt das für Nachfrage und für Wachstum auf der Produktionsseite. Dagegen stagniert oder sinkt in Europa und Ozeanien die Nachfrage.

Die Rentabilität der Betriebe hängt von den Produktionskosten sowie vom Milchpreis ab. Der Weltmilchpreisindex ist 2024 um 11 % auf 44,2 US-Dollar pro 100 kg gestiegen. Hauptkostentreiber sind die Futterkosten, die zwischen 12.000 und 20.000 KZT/kg (20 bis 33 €ct/kg) und damit bis zu 70 % der Gesamtkosten ausmachen.

Die weltweite Nachfrage steigt in Zukunft stärker als das Angebot, ist sich Philipp Goetz sicher. Der Strukturwandel setze sich hin zu größeren Betrieben weiter fort. Asien werde weiterhin größter Importeur bleiben.

Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass kasachische Milcherzeuger akzeptable Einkommen generieren können. Wichtige Voraussetzung dafür ist allerdings gut geschultes Personal, eine hohe Produktivität und bestes Futter.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen schöne und erholsame Festtage,

Ihr Uwe Weddige

Grafik: KFM

19 12, 2025

Musik im Stall

2025-12-19T04:23:03+00:0019. Dezember 2025|

Es besteht kein Zweifel an den positiven Auswirkungen von Musik auf den Menschen. Aber wie sieht es mit Tieren aus? Kann Musik das allgemeine Wohlbefinden von Milchkühen steigern? Was sagt die Wissenschaft dazu?

Studien zeigen, dass Musik Kühen hilft, besser gesund und leistungsfähig zu bleiben. Musik unterstützt die Tiere dabei, mit Stress und körperlichen Herausforderungen besser umzugehen. Dadurch können sich Produktion, Fortpflanzung, Gesundheit und allgemeines Wohlbefinden der Kühe verbessern.

Klassische Musik kann auf hormonellem Weg die Aktivierung von Stressreaktionen reduzieren. Ein niedrigerer Stresshormonspiegel wirkt sich auf wichtige physiologische Funktionen aus. Beruhigende Musik fördert so indirekt die Oxytocinausschüttung. Außerdem wird die Immunantwort bei geringem Stress verbessert.

Musik beeinflusst das Verhalten von Kühen, was wiederum zur Verbesserung der Produktivität und des Wohlbefindens beiträgt:

  • Ruhigeres Verhalten: Studien berichten über geringere Schreckreaktionen und eine größere Gelassenheit beim Melken bei Kühen, die leiser Musik ausgesetzt sind.
  • Bessere Routinen: Kühe verbringen mehr Zeit mit Liegen, Fressen und Wiederkäuen. Diese Anzeichen sind als hohes Komfort- und positives Wohlbefinden zu werten.
  • Verbessertes Sozialverhalten: Es wird eine geringere Aggressivität beobachtet, wenn Musik konsequent in die Stallumgebung integriert wurde.

Langsame und beruhigende Musik kann die Milchleistung um etwa 3 % verbessern, während schnelle oder unregelmäßige Musik keinen Nutzen oder sogar einen negativen Effekt hat. Um positive Ergebnisse zu erzielen, sollte Musik daher langsam und harmonisch sein, mit moderater Lautstärke von weniger als 75 dB abgespielt und regelmäßig während wichtiger Routinen wie Melken oder Ausruhen eingesetzt werden.

Quelle: CevaNews, gekürzt von Uwe Weddige

Foto: © Elisabeth Hoops

17 12, 2025

Desinfektion – 5 Fehler

2025-12-17T04:30:15+00:0017. Dezember 2025|

Biosicherheit in der Rinderhaltung: Die fünf häufigsten Desinfektionsfehler – und wie sie vermieden werden

Fehler 1 – Dosierfehler: Eine zu geringe Konzentration des Desinfektionsmittels kann dazu führen, dass Viren, Bakterien und Pilze überleben, wodurch die Desinfektion wirkungslos bleibt. Ungenaue Dosierhilfen können die Wirksamkeit des Desinfektionsmittels erheblich beeinflussen.

Fehler 2 – Kältefehler: Chemische Reaktionen verlaufen bei Kälte langsamer, sodass die Reaktionsgeschwindigkeit der Wirkstoffe abnimmt. Besonders im Winter kommt es dadurch zu einem erhöhten Risiko für die Übertragung von Krankheitserregern.

Fehler 3 – Eiweißfehler: Organische Rückstände binden oder neutralisieren viele Desinfektionsmittel. Blut, Milchreste und Kot inaktivieren Wirkstoffe. Eine Desinfektion ohne vorherige gründliche Entfernung organischer Rückstände führt häufig nicht zum gewünschten Effekt.

Fehler 4 – Seifen- und Tensid-Fehler: Rückstände von Reinigungsmitteln auf Oberflächen führen zu mangelhafter Wirkung von Desinfektionsmitteln. Reinigung und Desinfektion müssen klar voneinander getrennt sein. Nach der Reinigung sollte immer gründlich mit Wasser nachgespült werden, bevor das Desinfektionsmittel aufgetragen wird.

Fehler 5 – Anwendungsfehler: Zu kurze Einwirkzeiten, ungleichmäßiges Aufsprühen oder eine zu geringe Auftragsmenge führen zu unzureichenden Desinfektionswirkungen. Deshalb ist es wichtig, Geräte regelmäßig zu warten, Düsen auf Sprühbild und Fördermenge zu prüfen und die empfohlenen Einwirkzeiten der Hersteller konsequent einzuhalten.

Fazit: Mit klaren Arbeitsanweisungen, geeichter Dosierung, Dokumentation, Beachtung der Hersteller-Empfehlungen und einfachen Checks lässt sich das Risiko mangelnder Desinfektion deutlich reduzieren.

Dr. Julia Blumenberg, gekürzt durch Uwe Weddige

11 12, 2025

Gesunde Kühe durch fachgerechte Fütterung

2025-12-11T11:00:48+00:0011. Dezember 2025|

Fast alle Probleme mit der Tiergesundheit von Kühen sind im Kern fütterungsbedingt.

Bereits das richtige Trockensteherkonzept entscheidet, ob die Laktation mit Nachgeburtsverhaltung und Labmagenverlagerung oder Pansenazidose startet. Durchdachte Rationsgestaltungen und das Fütterungscontrolling helfen Euterentzündungen und Klauenprobleme zu vermeiden und sorgen dafür, dass die Kuh in der Laktation gesund bleibt und mit der optimalen Körperkondition trockengestellt werden kann.

Nur wenn alle Kühe im Stall eine homogene Mischung ohne Futterselektion fressen und diese konstant in einwandfreier Qualität vorgelegt wird, lassen sich pH-Wert-Schwankungen im Pansen auf ein Minimum reduzieren.

Über eine gesunde, leistungsgerechte Fütterung wird das Immunsystem der Kühe widerstandsfähiger und die Kühe bleiben leistungsfähig. Eine gesunde Fütterung legt sich wie ein „Schutzschirm“ über die Herde und auch der Hitzestress lässt sich deutlich reduzieren.

Viele Zielwerte und Maßnahmen aus der Praxis sind veraltet und passen schon längst nicht mehr zum aktuellen Niveau von Genetik und Management. Nur die ehrliche und akribische Ermittlung der eigenen Erfolgskennzahlen und der kritische Umgang damit führen zu den richtigen unternehmerischen Entscheidungen.

Uwe Weddige

Foto: © KFM

9 12, 2025

Drei Wege zur Eutergesundheit

2025-12-09T04:47:21+00:009. Dezember 2025|

Steigen die Zellzahlen, kommt der Ruf nach Medikamenten oder Futterzusätzen. Aber wer seine Eutergesundheit wirklich nachhaltig verbessern will, sollte sich mit den täglichen Abläufen im Stall beschäftigen.

Prof. Dr. Volker Krömker sagt dazu: „Euterprobleme entstehen selten über Nacht, sie sind oft die Summe vieler kleiner Managementfehler“. Der Fachmann von der Hochschule Hannover ergänzt: „Eutergesundheit ist nichts anderes als Management. Sie entsteht durch wiederholte, saubere Abläufe – Tag für Tag“.

Das bedeutet, dass der Tierhalter durch saubere Boxen, klare Melkroutinen und ein gutes Auge für Details aktiv Einfluss nehmen kann. Prof. Krömker beschreibt drei Wege, die jede Milchkuhherde auf Dauer gesünder machen:

  1. Neuinfektionen vermeiden: Hygiene, Arbeitsstandards und klare Abläufe sind der Schlüssel. Dazu gehört, die Liegeboxen trocken zu halten, regelmäßig zu reinigen und beim Melken konsequent sauber zu arbeiten.
  2. Neuinfektionen früh erkennen und behandeln: Wer Zellzahlen, Milchkontrolle und Tierverhalten im Blick behält, erkennt Entzündungen, bevor sie klinisch werden. Das spart Kosten und Stress – für Mensch und Tier.
  3. Konsequentes Handeln: Chronisch kranke Tiere rechtzeitig selektieren. Eine Kuh, die dauerhaft hohe Zellzahlen hat, erhöht den Keimdruck für alle anderen.

Fazit: Eutergesundheit ist kein Zufall, der Tierhalter muss konsequent die richtigen Dinge tun und das Tag für Tag. Jedes Detail zählt, von der Einstreu, Melkmaschinenwartung bis zum Dippen. Dazu benötigt man keine Wunderlösung, sondern klare Routinen, konsequente Hygiene und ein Team, das Verantwortung übernimmt.

Uwe Weddige

Foto: © Weddige

4 12, 2025

Mikroplastik beeinflusst die Verdauung von Rindern

2025-12-08T04:51:09+00:004. Dezember 2025|

Eine neue Studie zeigt die Wirkung von Mikroplastik auf das Verdauungssystem von Rindern, darüber berichtet ein deutsch-finnisches Team im „Journal of Hazardous Materials“. Das Team hatte Flüssigkeit aus dem Pansen entnommen und Plastikteilchen sowie Heu oder Gerste hinzugegeben.

„Unsere Studie zeigt, dass der Verdauungstrakt als Bioreaktor arbeitet, der Plastik in kleinere Teilchen zersetzt und damit potenziell neue Risiken schafft“, sagte Mitautorin Jana Seifert von der Universität Hohenheim. Kleinere Kunststofffragmente könnten leichter ins Gewebe gelangen – und damit auch in die Lebensmittelkette.

In den Versuchen mit Gerste veränderte das Mikroplastik nicht nur die Zusammensetzung der Bakteriengesellschaft im Pansensaft (Mikrobiom). Es entstanden nach Forscherangaben zudem bakterielle Proteine, die mit Stressreaktionen in Verbindung stehen.

Zuvor sei bereits gezeigt worden, dass Partikel kleiner als 0,1 Millimeter die Darmbarriere überwinden können, was zu einer Anreicherung in tierischen Produkten führen könne, die vom Menschen verzehrt werden, schreibt das Team in der Studie. Der verbleibende Teil verlasse den Darm entweder unverändert oder modifiziert mit dem Kot und gelange anschließend erneut auf landwirtschaftliche Flächen, wodurch der Kreislauf von Neuem beginnt.

Uwe Weddige

Foto: © KFM

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