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3 03, 2026

Kälber: Infektionsketten durchbrechen

2026-03-03T04:41:53+00:003. März 2026|

Egal ob Kälber im Iglu oder im Stall gehalten werden, pathogene Keime lauern überall. Die Einhaltung von strengen Hygienestandards hilft, Erkrankungen vorzubeugen.

Werfen wir einen Blick auf drei kritische Bereiche in der Kälberaufzucht:

Geburtshygiene: Sie beginnt bereits mit der Trockenstehphase, in der man direkten Einfluss auf die Biestmilchqualität hat sowie mit der Körperkondition der Kühe, die über den Verlauf der Geburt mitentscheidet. Vor der Geburtshilfe selbst und auch vor Kontrolluntersuchungen ist Hände waschen Pflicht. Ebenso sollten Geräte und Zugseile immer sauber und möglichst steril sein.

Haltungshygiene: Egal ob Iglus im Außenklima oder Holzboxen im Stall, beides ist nach jedem Kalb zu reinigen. Die Einstreu sollte dagegen alle 10 Tage ausgetauscht werden, allein schon, um der Ammoniakentstehung und der Verminderung der Fliegenplage zu begegnen. Regelmäßiges Einstreuen mit einwandfreiem Stroh und Kontrolle der Tränken, sowie täglich frisches Rau- und Kraftfutter runden die Haltungshygiene ab.

Verunreinigungen in der Biestmilch: Anders als die Bestimmung des Gehaltes von Immunglobulinen ist die Ermittlung des Keimgehaltes nicht so einfach. Umso wichtiger ist äußerste Sorgfalt im Umgang mit der Biestmilch. Immunglobuline gehen unter unhygienischen Bedingungen schnell Verbindungen mit Erregern ein und stehen damit dem Kalb nicht mehr zur Verfügung. Zudem verhindern Keime die Aufnahme der Immunglobuline im Darm der Kälber.

Alle genannten Maßnahmen tragen zur Verminderung des Keimdrucks bei. Nur durch ein konsequentes Hygienemanagement lassen sich Erkrankungen reduzieren und Tierarztkosten sparen.

Mehr zur Hygiene im Kälberstall und zum Umgang mit Kolostrum erfahren Sie in den kostenfreien KFM-Merkblättern „Hygiene im Kälberstall“ und „Kolostrummanagement“.

Uwe Weddige

Foto © KFM

27 02, 2026

Medikamente richtig aufbewahren und anwenden

2026-02-27T04:09:42+00:0027. Februar 2026|

Viele tierhaltende Betriebe verwenden auf Anweisung ihres Tierarztes Medikamente zur präventiven und kurativen Anwendung.

Diese wertvollen und kostspieligen Produkte sind stets mit der nötigen Umsicht einzusetzen und zu lagern:

  • geeignet sind kühle, trockene, lichtgeschützte und saubere Räume,
  • Medikamente werden niemals direkt im Stall aufbewahrt,
  • Unbefugte dürfen keinen Zugriff auf die Tierarzneimittel haben.

Einige Tierarzneimittel, wie die meisten Impfstoffe und einige Antibiotika, müssen in einem Kühlschrank bei zwei bis acht Grad Celsius gelagert werden. Die erforderliche Lagertemperatur ist auf der Verpackung angegeben.

Wichtig ist auch die Einhaltung der Haltbarkeitsdauer nach erstmaligem Anbruch eines Präparates. Bei geöffneten Flaschen ist stets das Datum des Anbruchs auf dem Etikett zu notieren.

Arzneimittel dürfen nicht mit Haut, Schleimhäuten und Atemwegen des Anwenders in Kontakt kommen. Bei Präparaten, die über die Haut in den Körper aufgenommen werden können, ist besondere Vorsicht geboten. Generell wird die Verwendung von Einmalhandschuhen empfohlen, bei Verwendung pulverförmiger Medikamente sollte eine Atemschutzmaske selbstverständlich sein.

ACHTUNG: Tierhalter sollten alle Behandlungen schriftlich oder digital dokumentieren, damit der Medikamenteneinsatz rückverfolgbar bleibt und Fleisch oder Milch von behandelten Tieren nicht innerhalb der Wartezeit in den Verkehr gelangen.

Das kostenlose KFM-Merkblatt „Medikamente richtig lagern“ gibt dazu wertvolle Hinweise.

Uwe Weddige

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24 02, 2026

Spritzen und Kanülen richtig pflegen

2026-02-24T07:38:49+00:0024. Februar 2026|

Die Verabreichung von verschiedensten Impfstoffen und anderen Medikamenten durch betriebseigene Fachkräfte steht in vielen tierhaltenden Betrieben auf der Tagesordnung.

Verantwortungsbewusste Tierärzte empfehlen, die verwendeten Spritzen und Kanülen nach jedem Gebrauch zu reinigen. Besonders für den Erfolg vom Impfmaßnahmen ist äußerste Sauberkeit von entscheidender Bedeutung. Unsaubere Spritzen oder Kanülen, die mit Schmutz, Blut, anderen Medikamenten oder Reinigungsmitteln kontaminiert sind, können den Tieren schaden, die Impfung unwirksam machen oder Abszesse an der Einstichstelle hervorrufen.

Grundsätzlich lassen sich hochwertige Spritzen reinigen, desinfizieren und damit gefahrlos wiederverwenden. Wenn die Spritze nicht verwendet wird, sollte sie in einem sauberen verschließbaren Plastikbeutel oder Behältnis staubfrei und trocken gelagert werden.

Spritzen sollten nach jedem Gebrauch gründlich mit heißem Wasser und einer milden Seifenlauge von außen und auch von innen gereinigt werden. Viele Spritzen lassen sich dazu zerlegen. Wenn nötig, findet eine Bürste Verwendung. Mit der Reinigung sollen Staub und Schmutzpartikel sowie die Impfstoffreste im Zylinder entfernt werden. Seifenreste sind gründlich mit klarem, warmem Wasser abzuspülen, im Anschluss müssen alle Teile vollständig trocknen.

Vor der nächsten Verwendung sollte eine Desinfektion selbstverständlich sein. Das KFM-Merkblatt „Spritzen und Kanülen richtig reinigen und desinfizieren“ gibt dazu wertvolle Hinweise.

Uwe Weddige

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20 02, 2026

Futterzusatz Bovaer unerwünscht

2026-02-20T08:22:21+00:0020. Februar 2026|

Ein neuer Futtermittelzusatz für Milchkühe hilft, das Klima zu schützen. Farmer und Verbraucher in Großbritannien, Dänemark und Norwegen haben Bedenken.

Untersuchungen zeigen, dass die Fütterung mit Bovaer weder in der Milch noch im Fleisch auftaucht. Dafür entsteht aber bis zu 30 Prozent weniger Methan im Pansen. Ein Viertel Teelöffel je Kuh in der täglichen Futterration reicht bereits. Nun verweigert die größte Molkerei Norwegens die Annahme von Milch aus Betrieben, die Bovaer einsetzen.

Auch in Dänemark hat der Zusatzstoff in den vergangenen Wochen viel Kritik erfahren. Es besteht der Verdacht, dass der Zusatz bei Kühen zu Krankheiten führen kann. Deshalb stellten die dänischen Milcherzeuger die Verwendung von Bovaer bereits ein.

Obwohl der Futtermittelzusatzstoff seit drei Jahren eine Zulassung in der EU hat, nutzen ihn bisher nur wenige Milchviehhalter. Der Grund dürfte auch bei den hohen Kosten von etwa einem Cent pro Liter Milch liegen.

Die norwegische Molkerei will nun an der Reduzierung der Treibhausgasemissionen festhalten: „Bovaer ist eines von mehreren Instrumenten zur Emissionsreduzierung. Wenn wir nun darauf verzichten, werden wir unsere Anstrengungen auf andere Maßnahmen verstärken, wie z. B. besseres Raufutter und Futterverwertung, klimafreundliche Güllewirtschaft und den Fokus auf gesunde Kühe“.

Forscher und Milchverarbeiter betonen an vielen Stellen die Ungefährlichkeit von Bovaer. Es zeigt sich aber auch, dass die Verwendung von neuen Futterzusatzstoffen in der Milchproduktion bei Verbrauchern auf großes Misstrauen stoßen kann. Milch wird mit Natürlichkeit, Sicherheit und Qualität assoziiert, Verbraucher definieren den Begriff „Lebensmittelsicherheit“ eben auch über emotionell geprägte Erwartungen und Eigenschaften.

Uwe Weddige

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17 02, 2026

Zwischenkalbezeit verlängern?

2026-02-17T04:53:39+00:0017. Februar 2026|

Ist die seit Jahrzehnten praktizierte Regel von 305 Tagen Laktation und 60 Tagen Trockenstehzeit noch sinnvoll?

Forscher der niederländischen Wageningen University and Research und der dänischen Aarhus University suchten nach neuen Wegen. Lesen Sie hier die zusammengefassten Ergebnisse:

Größere Zwischenkalbezeiten bringen einige Vorteile mit sich:

  • Verlängerte Laktationsperioden, führen zu weniger Transitphasen im Leben einer Kuh, also den allgemein riskantesten Zeiten für die Kuhgesundheit.
  • Die geringere Anzahl geborener Kälber kann durch den Einsatz von gesextem Sperma und genomischer Selektion ausgeglichen werden.
  • Eine verlängerte freiwillige Wartezeit vor der Besamung kann die Fruchtbarkeit verbessern, da die Kühe die Chance erhalten eine positive Energiebilanz herzustellen.
  • Längere Laktationsperioden reduzieren den Arbeitsaufwand im Hinblick auf Trockenstellen, Kalbungen und Erkrankungsbehandlung.

Andererseits können längere Laktationszeiten auch nachteilige Auswirkungen mit sich bringen:

  • Insbesondere im letzten Abschnitt der Laktation besteht das Risiko von Verfettung. Dies kann im Anschluss an die Kalbung zu Gesundheits- und Fruchtbarkeitsstörungen führen.
  • Wenn vor allem die leistungsstarken Kühe für die längere Laktationszeit ausgewählt werden, produzieren gerade diese Tiere weniger Nachkommen. Dies könnte sich langfristig auf den genetischen Fortschritt der gesamten Herde auswirken.

In beiden Studien konnte beobachtet werden, dass die Persistenz bei erstlaktierenden Tieren besser ist als bei älteren Kühen. Eine verlängerte Laktationsdauer scheint daher im Hinblick auf Milchertrag und Wirtschaftlichkeit besonders für erstlaktierende Tiere vorteilhafter.

Die Verlängerung der Laktationsdauer birgt aber auch Chancen und Risiken. Viele Einflussfaktoren sind beteiligt und die Datenlage auf Auswirkungen, besonders für nachfolgende Laktationen, ist bisher gering. Weitere Forschungen könnten zu diesem Thema eindeutige und allgemeingültige Empfehlungen geben.

Uwe Weddige

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12 02, 2026

Zoonosen: eine Gefahr für Landwirte

2026-02-12T04:10:06+00:0012. Februar 2026|

Durchfallerkrankungen bei Kälbern mindern nicht nur die Entwicklung, Leistung und Fruchtbarkeit der Tiere, sie stellen als sogenannte Zoonosen auch eine Gefahr für den Menschen dar.

Besonders Rotaviren, Kryptosporidien und Salmonellen können sowohl bei den Kälbern als auch beim Menschen Durchfall und weitere Erkrankungen auslösen. Weiterhin sind Campylobacter- und Yersinien-Bakterien für Menschen nicht ungefährlich, während sie bei Kälbern und Rindern oft keine Erkrankung auslösen oder ohne Symptome verlaufen. Ähnliches gilt für verschiedene E. coli Stämme, die von Rindern übertragen werden und bei Menschen für Infektionen verantwortlich sind.

Zur Senkung des Zoonose-Risikos ist Hygiene im Stall und im Umgang mit den Tieren oberstes Gebot! Wenn die Desinfektion von Arbeitsgeräten oder Stalleinrichtungen bei den Kälbern Erkrankungen vorbeugt, so gilt dies auch für alle, die dort arbeiten und mit den Tieren direkt oder indirekt in Kontakt kommen.

Sorgsame Hygiene durch Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen sowie durch das Tragen von Einmalhandschuhen schützt also Mensch und Tier!

Mehr dazu lesen Sie im kostenfreien KFM-Merkblatt „Zoonosen vermeiden“

Uwe Weddige

Foto: © KFM

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