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28 11, 2022

Milch oder Pflanzendrinks?

2022-11-28T06:50:08+00:0028. November 2022|

Ist Milch gesünder als Pflanzendrinks und sind diese wirklich nachhaltiger als Milch? Das haben die Moderatoren vom Swissmilk-Podcast den Ernährungswissenschaftler Dr. Malte Rubach gefragt. Hier gibt es Auszüge aus dem spannenden Interview:

Swissmilk: Lassen sich Protein und Kalzium in der Milch durch Milchimitate ersetzen?

Dr. Rubach: Nein, vom Proteingehalt z.B. kann der Sojadrink noch mithalten, ein Haferdrink aber nicht. Die Drinks sind natürlicherweise nicht ausreichend mit Fetten ausgestattet, diese müssen zugesetzt werden, während das Milchfett ernährungsphysiologisch durchaus einen Wert hat. Von den vielen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen der Milch im Vergleich zu Pflanzendrinks gar nicht zu reden.

Swissmilk: Wie sieht es aus mit der Nachhaltigkeit?

Dr. Rubach: Es macht keinen Sinn, keine Milch mehr zu trinken. Der große Hebel liegt nicht darin, einzelne Lebensmittel als Klimakiller zu stigmatisieren und dann durch Imitate zu ersetzen, die gar nicht die Nährstoffe liefern, die das Original hatte.

Jeder kann im Alltag sehr viel tun, um nachhaltiger zu leben. Die Menge, die ein Glas Milch am Tag an CO2 verursacht entspricht sieben Minuten Online-Streaming. Die Internetnutzung verursacht mittlerweile grob gesagt 5% der weltweiten Klimagasemissionen. Die gesamte Milcherzeugung weltweit erzeugt z.B. nur 3% der Klimagasemissionen. Muss ich auf das Glas Milch verzichten, wenn es mir schmeckt?

Das Interview führte Swissmilk, gekürzt von Uwe Weddige

Foto: Swissmilk

24 11, 2022

Wie arbeiten die Israelis im Kuhstall?

2022-11-24T04:40:01+00:0024. November 2022|

Uria Rogel hat als Herdenmanager in Israel gearbeitet, er verrät in einem Interview des Elite-Magazins, was israelische Milcherzeuger anders machen als ihre deutschen Berufskollegen.

Milcherzeuger in Israel produzieren trotz extremer Bedingungen über 11.000 kg Milch. Mehr als die Hälfte des Landes ist Wüste, die Futtermittel sind stark begrenzt und die Temperaturen können mancherorts auf über 45°C steigen. Der Schlüssel für die guten Milchleistungen liegen nach Rogels Auffassung in einem klugen Management und guter technischen Ausstattung. Die Milchkuhbetriebe sind mit modernen Systemen für Brunsterkennung und Gesundheitsüberwachung ausgestattet, von denen viele in Israel entwickelt wurden.

Die Überwachung der täglichen Routinen gehörte zu Rogels Aufgaben, ein Schwerpunkt war dabei das gesamte Fütterungscontrolling. „Für die Kontrolle der Kühe habe ich mindestens einmal am Tag mitgemolken, um die Kühe direkt zu sehen“, so der Experte.

Den größten Unterschied zu Deutschland und vielen anderen Ländern sieht Rogel im Futterbau: „fast kein Betrieb baut Futter für seine Tiere selber an. Große Futtermittel-Zentren liefern die Rationen entweder als einzelne Komponenten auf die Betriebe oder sogar als komplette TMR direkt auf den Futtertisch. Das spart den Landwirten eine Menge Zeit, Geld und Maschinen.“

Den Grund für die hohe Milchleistung Israel sieht Rogel aber auch im schnellen Informationenfluss über neue Verfahren und deren Umsetzung auf den Betrieben. Er lobt aber auch das unverzichtbare Netzwerk der israelischen Herdenmanager mit Tierärzten und praxisorientierten Futter- sowie Zuchtberatern, die regelmäßig auf die Betriebe kommen.

Uwe Weddige

Foto: Rogel

21 11, 2022

Lüftung im Kuhstall überdenken!

2022-11-21T09:28:21+00:0021. November 2022|

Bereits bei 18⁰C zeigen Hochleistungstiere die ersten Anzeichen von Hitzestress wie erhöhte Atemfrequenzen, Rückgang der Futteraufnahme und der Liegezeiten. Offene Wände an den Traufseiten verbessern an vielen Tagen die Lüftung bereits maßgeblich, an vielen warmen Tagen „steht“ aber die Luft und es findet keine wirksame Querlüftung statt.

Ventilatoren in den Traufwänden bringen dagegen frische Außenluft in den Stall und kühlen die Tiere aktiv. Dabei strömt die Luft mit 2 m/s entlang der liegenden Kühe und in der Länge der Liegeboxen. Ein Nebeneffekt ist, dass die Fliegenplage nachlässt.

Der tatsächliche Stromverbrauch und die erreichbare Luftgeschwindigkeit wie auch die Lautstärke bestimmen die Eignung der Ventilatoren. Die Luftkapazität ist dabei weniger von Bedeutung, desto mehr aber die Angaben der Luftgeschwindigkeit in verschiedenen Abständen.

Zur Kühlung stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung, die durch gezieltes Verdunsten von Wasser Kälte freisetzen. Beim Einsatz von Kuhduschen werden die Düsen entlang des Futtergitters in einem Rohr montiert. Die Düsen erzeugen grobe Tropfen und werden von einem An-/Ausprogramm automatisch gesteuert. Besser ist jedoch die Installation einer Hochdruckvernebelungsanlage.

Wichtig: Die Kühe sind häufiger als angenommen Hitzestress-Situationen ausgesetzt. In allen Fällen sollen Ventilation und Kühlung daher automatisch gesteuert werden.

Ziel ist es stets, die Hitzebelastung der Tiere zu lindern, das Tierwohl zu steigern und die temperaturbedingten Leistungseinbußen zu verringern.

Uwe Weddige

Foto: Aalbert Bussem

17 11, 2022

Kühe mit Sehhilfe?

2022-11-17T04:31:25+00:0017. November 2022|

Rinder sehen im Dunkeln viel besser als wir Menschen, denn Rinderaugen haben auf der Netzhaut im Auge eine Art “Restlichtverstärker”, der in der Dunkelheit Licht reflektiert. Dadurch können Kühe bereits ab 0,05 Lux gut sehen. Ein Mensch dagegen benötigt bei solchen Lichtverhältnissen eine Taschenlampe, selbst eine Vollmondnacht ist 0,25 Lux 5mal so hell wie Wahrnehmungsgrenze der Kühe.

Was ist die Folge?

Rinder sehen in schlecht beleuchteten Ställen viel deutlicher und sind dadurch auch schneller irritiert. Eine dunkle Ecke im Stall kann für eine Kuh wie ein riesiges ‘schwarzes Loch’ aussehen und Grund dafür sein, sich nicht weiter in diese Richtung zu bewegen. Der Wechsel von Licht und Schatten auf dem Weg zur Weide kann dazu führen, dass die Herde nur zögerlich läuft oder plötzlich aus voller Bewegung abbremst.

Auch Spiegelungen im Wasser oder Pfützen nehmen Kühe deutlicher wahr als Menschen. Sie können dafür sorgen, dass die Tiere sich erschrecken und plötzlich stehen bleiben. Genauso führen Reflexionen auf metallischen Gegenständen z.B. auch in einem Melkstand bei Kühen zu Irritationen und Stress.

Vermeiden Sie bei der Installation von Leuchten unnötigen Schattenwurf und Reflexionen, leuchten Sie dunkle Ecken und Ein-/Ausgänge gut aus und bleiben Sie geduldig beim Treiben Ihrer Tiere.

Uwe Weddige

Foto: KFM

14 11, 2022

Saugen oder spielen ?

2022-11-14T08:54:11+00:0014. November 2022|

„Wer nicht ausgelastet ist, kommt auf dumme Ideen,“ das gilt für manche Menschen und auch viele Tierarten. Kälber erkunden ihre Umgebung vom ersten Tag an und sind sehr neugierig. Kommt es aber zu Langeweile und Monotonie im Stall, ist das gegenseitige An- und Besaugen häufig ein Anzeichen für zu wenig Beschäftigung.

Die ansaugenden Kälber nehmen vermehrt Haare und Urin auf, was zu Verdauungsstörungen und Einbußen beim Wachstum führt. Die angesaugten Opfer weisen Verletzungen und in der Folge häufig Infektionen auf.

Mit Beschäftigungsmaterial im Stall können die Kälber ihren Trieb dagegen positiv ausleben.

Ideal dafür sind Seile aus Naturfaser, Spieligel, Spielpropeller oder „Heutoys“, die leicht im Kälberstall integriert werden können. Von ansaugen, beknabbern oder durch die Gegend rollen, falls die Bälle & Spieligel nicht befestigt sind, können sich die künftigen Kühe super beschäftigen.

Mehr zum Thema im KFM-Newsletter. Hier geht es zum Download.

Uwe Weddige

Foto: KFM

10 11, 2022

KFM-Newsletter „Kälberaufzucht“

2022-11-10T03:06:33+00:0010. November 2022|

Über Kolostrum, Tränkepläne und -verfahren haben wir schon vielfach berichtet. Aber haben Sie schon einmal versucht, das Kolostrum mit Hühnereiern auszuwerten und sind Sie auch der Meinung, dass in der Vollmilch alles enthalten ist, was das Kalb benötigt? Wir klären auf über die Sache mit dem Ei und mit der Eisenversorgung! Sie werden überrascht sein!

Wie kann eine gute Lüftung zur Kälbergesundheit beitragen und welche technischen Möglichkeiten gibt es für den Sommer und den Winter? Wie warm soll es im Stall sein, was hat das mit dem „Klimadeckel“ auf sich und ab wann sollten Ihre Kälber „Kältewesten“ tragen? Lesen Sie unsere Tipps zum Stallbau, zu Kälberboxen- und Iglus und zu Lüftungssystemen.

Zunächst belächelt, inzwischen Standard: Ein deutscher Experte gibt wertvolle Tipps, mit welchen Spielzeugen sich Kälber die Langeweile vertreiben und das gegenseitige Besaugen vergessen.

Außerdem erläutern wir die Funktion eines wichtigen Wachstumsförderers: Wasser! Lesen Sie unsere Hinweise zum Zusammenhang von Wasseraufnahme und Wachstum.

Damit haben wir auch in diesem Monat wieder bewährte und sofort anwendbare Tipps für frischen Schwung in der Kälberaufzucht für Sie parat.

Hier geht es zum Download

Foto: KFM

7 11, 2022

KuhTracking

2022-11-07T04:01:00+00:007. November 2022|

Mit der automatisierten Videoanalyse des Systems KuhTracking der Mechatronik Austria GmbH sollen tierspezifische Daten künftig kontinuierlich und in Echtzeit gemessen und dargestellt werden können.

Das in Kooperation mit der Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein entwickelte System basiert auf der Verknüpfung moderner Kameratechnik und künstlicher Intelligenz (KI) mit einem intelligenten Herdenmanagementsystem zu einem komplexen biometrischen Tool. Es bietet Informationen zum Beispiel über Zyklusstatus, Kalbungen, Tierverhalten, Futteraufnahme oder Liegezeiten und ermöglicht so eine kontinuierliche Bewertung der Tiergesundheit.

Durch die zentrale Speicherung aller nötigen Informationen kann das System frühzeitig warnen. So werden Landwirt und Tierarzt in die Lage versetzt, Erkrankungen früher zu erkennen die nötigen Gegenmaßnahmen zeitnah einleiten zu können. Der Heilungsprozess wird dadurch verkürzt, Verluste minimiert und Tierarztkosten gesenkt, was letztlich sowohl die Rentabilität als auch das Tierwohl verbessert. Zudem werden Transparenz und Rückverfolgbarkeit innerhalb der Wertschöpfungskette durch die automatisierte Bereitstellung tierindividueller Daten sichergestellt.

Vorgestellt wird das System auf der EuroTier (Halle 11, Stand D37)

Uwe Weddige

Foto: Mechatronik Austria GmbH

3 11, 2022

„Best Milker 2022“

2022-11-03T08:56:02+00:003. November 2022|

Über 60 Melkerinnen und Melker zeigten ihr Können im Wettbewerb „Best Milker 2022“ auf der KazAgro. Im Foyer der Messehalle hatten Bakdaulet Tursynbay und Uwe Weddige vom KFM-Milchprojekt eine hölzerne Kuh mit Gummieuter aufgestellt.

Moderiert und angefeuert von Zhenis Abdigaziz durften die Besucher jeweils zwei Minuten lang ihr Können zeigen. Für viele Teilnehmer war es Griff ans Kuheuter absolutes Neuland, aber auch richtige Profis waren unter den Melkern. Die gemolkenen Mengen machten den Unterschied deutlich: zwischen 0,1 und gut einem Liter war alles dabei.

Besonders imponierte am ersten Tag der Messe Aikerim Hamit, mit schnellen und kräftigen Melkgriffen erzielte die junge Frau (Foto) 770 ml, sie wurde nur übertroffen von Zhenisov Ayaz mit 820 ml.

Alle Tagessieger wurden mit schmackhaften Geschenken bedacht, über Aikerim Hamit wurde am folgenden Tag im Frühstücksfernsehen (https://qazaqstan.tv/index.php/videos/165217) berichtet.

Uwe Weddige

Foto: KFM

31 10, 2022

World Dairy Summit 2022 in Delhi

2022-10-31T02:57:09+00:0031. Oktober 2022|

Delegierte aus der ganzen Welt trafen sich kürzlich zum Weltmilchgipfel des internationalen Milchwirtschaftsverbandes in Indien. 1.500 Teilnehmer nutzen die vielfältigen Möglichkeiten, sich über Milchmärkte, -produktion und -verarbeitung auszutauschen.

Viele Besucher kombinierten die Teilnahme am Kongress mit einer Rundreise durch das Land und schauten sich Bauernhöfe, Versuchsbetriebe, Molkereien und Labore an. Wolfgang Scholz besuchte „Binsar Farms“ mit 300 Tieren, dort sollen Kreuzungstiere aus Holsteins (HF) und Jerseys neue Maßstäbe setzen. „Wegen des geringeren Körpergewichts und des niedrigeren Erhaltungsbedarfs erhofft man sich von den Jerseys 10 kg Milch pro Tag, und das trotz des geringwertigen Grundfutters und des Verzichts auf Leistungsfutter“, berichtet der Vorsitzender des VMB (Verband der Milcherzeuger Bayern e. V.). Die 50 Mitarbeiter des Betriebes arbeiten zwar überwiegend mit deutscher Technik, aber an vielen Stellen fehlt es doch an Geräten und Maschinen. So wird Sorghum auf dem Feld von Hand geschnitten, auf Karren geladen und am Hof in einen kleinen Feldhäcksler gegeben.

Indien ist der größte Milcherzeuger der Welt mit 200 Millionen Milchviehhaltern mit einem Durchschnittsbestand von 2 Kühen. Indische Kühe oder Wasserbüffel geben täglich 5 bis 10 Liter Milch, die alten Rassen stehen allerdings 5 Monate im Jahr trocken. Jede Kuh hat einen Besitzer, der weiß, wo sich seine Tiere aufhalten, männliche Tiere sind dagegen oft herrenlos.

Milch ist ein wichtiges Lebensmittel in Indien, ohne das die Ernährung kaum denkbar wäre. Aber nur 20 % der Milchmenge finden den Weg in die Erfassung. Wenn also die indische Familie 10 Liter Milch erzeugt, so braucht sie 5 Liter für das Kalb, 3 Liter für den eigenen Bedarf und 2 Liter werden meist im direkten Umfeld verkauft.

Das Interview führte Gerhard Langreiter, gekürzt durch Uwe Weddige

Foto: Scholz

28 10, 2022

Das Milchprojekt wird verlängert!

2022-10-28T08:09:08+01:0028. Oktober 2022|

„Das KFM-Projekt wird um ein Jahr bis zum 31.10.2023 verlängert“, diese Nachricht dominierte die Projektsitzung der beiden beteiligten Landwirtschaftsministerien in Kasachstan (MoA) und Deutschland (BMEL).

Die ersten drei Jahre des Projektes vergingen wie im Fluge, das bestätigen auch Talgat Karymsakov vom Institut für Tierhaltung und Tierzucht in Almaty (KAZNIIZHIK). „Besonders im Bereich von Tiergesundheit und Tierwohl sind wir gut vorangekommen,“ berichtete Uwe Weddige als Projektleiter über die großen Fortschritte in den Pilotbetrieben. Dabei lobte er ausdrücklich die gute Arbeit der vielen kasachischen und deutschen Experten.

Svetlana Puchkova (Moa) betonte die positive Wirkung der vielen Seminare und Übungen in den Themenfeldern Klauen- und Tiergesundheit, Futterernte und -konservierung, Fütterung und Fütterungsmanagement sowie Kälberaufzucht und Eutergesundheit.

Großen Zuspruch fanden auch das einwöchige Training von Herdenmanagern und Tierärzte aus den Reihen der Pilotbetriebe im Fortbildungszentrum der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen „Haus Düsse“ und die Qualifizierung von Fach- und Führungskräften der Agrar-Credit-Corporation (ACC).

„Es gelingt dem Projekt, einen engen Austausch von Theorie und Praxis herbeizuführen“, fasste Bruno Hoffstadt (BMEL) den Jahresbericht zusammen. Dabei verwies er auf die Notwendigkeit der Schaffung eines kasachischen Beraterpools: „nur auf diese Weise kann das Wissen nachhaltig gefestigt werden“.

„Die einzelbetrieblichen Beratungen und die Trainings für Fach- und Führungskräfte der Betriebe laufen wie gewohnt weiter. Deutlich intensiviert wird die Zusammenarbeit mit ACC und die Ausbildung der Beratungsfachkräfte des KAZNIIZHIK und des Milchrinderverbandes“, fasste Uwe Weddige die Planung für das kommende Jahr zusammen.

Uwe Weddige

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