Mit der Speicherung von überschüssigem Fett in der Leber wird der Fettsäuregehalt im Blut reguliert. Dies ist notwendig, wenn der Blutzuckerspiegel niedrig, also wenn der Pansen nicht genügend Fermentationsprodukte liefert. Besonders problematisch ist dies zu Beginn der Laktation, wenn Kühe aufgrund eines Energiedefizits übermäßig Körperfett abbauen.
Die Leber speichert das überschüssige Fett in Form von Triglyceriden, was zu einer Verfettung der Leber und einer verringerten Leistungsfähigkeit führt. Ist die Speicherkapazität der Leber überschritten ist, werden Ketonkörper gebildet, eine Ketose ist die Folge.
Eine weitere Funktion ist der Harnstoffzyklus, der sowohl der Entgiftung als auch der Nährstoffbereitstellung dient. Bei einem Mangel an fermentierbarer Energie oder einem Überschuss an Protein entsteht im Pansen Ammoniak. Die Leber wandelt dieses Ammoniak in Harnstoff um, der entweder über den Speichel als Proteinquelle in den Pansen gelangt oder über Urin und Milch ausgeschieden wird.
Mit gezielten Fütterungsmaßnahmen kann das Leistungspotenzial der Leber zur Nährstoffversorgung und Entgiftung ausgeschöpft werden. Wird die Leber mit vermeidbaren Aufgaben überlastet, leidet die Gesundheit der Kuh und die Immunreaktion wird geschwächt.
Fazit:
- Besonders in der Trockenstehphase ist eine optimale Körperkondition von großer Bedeutung. In dieser Phase gilt es einen hohe TM-Aufnahme anzustreben.
- Prüfen Sie, ob Ihre Rationen ausgewogen sind und ob das Futter im Stall den errechneten Rationen entspricht.
- Vermeiden Sie Proteinüberschüsse in der Ration.
Uwe Weddige
Foto: Das zentrale Stoffwechselorgan der Kuh ist die Leber, sie ist an unzähligen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Daher kann eine Kuh nur langfristig gesund und leistungsfähig bleiben, wenn die Leber nicht beeinträchtigt und geschädigt ist. © KFM