About Uwe Weddige

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5 03, 2024

Pilotbetriebe: Auswahl läuft!

2024-03-05T03:30:31+00:005. März 2024|

Das deutsch-kasachische Milchprojekt startete im November 2019 mit der Auswahl von Pilotbetrieben in den Regionen Akmola, Pavlodar, Kostanay und Nordkasachstan. Mit Unterstützung internationaler und kasachischer Experten gelang es dem KFM-Team, in diesen Betrieben umfangreiche neue Kompetenzen zu etablieren. Dabei fanden vom Management bis hin zu einfachen manuellen Tätigkeiten alle Ebenen Berücksichtigung. Die überwiegende Anzahl der Betriebe steigerte damit ihre Erfolgszahlen maßgeblich, ein Betrieb entwickelte sich sogar zu einem der erfolgreichsten Milcherzeuger seiner Region.

Mit dem Umzug des Projektes zum UNPC Bayserke nach Arkabai bei Almaty im November 2023 sucht das KFM-Team zusätzlich acht weitere Pilotbetriebe in den Regionen Schambyl, Turkistan und Almaty. In diesen Wochen besuchen Ainagul Ayaganova und Uwe Weddige vom KFM-Team etwa 30 Landwirte, um geeignete Betriebe auszuwählen.

In die engere Auswahl kommen dabei Milcherzeuger, die zwischen 50 und 600 Kühe halten und die bereit sind, ihre Kompetenzen durch Beratung und Coaching zu verbessern. Die ersten Besuche zeigen größtes Interesse der Verantwortlichen an dieser Form der Intensivberatung.

In den nächsten KFM-Newslettern lesen Sie mehr über die ausgewählten Betriebe und deren Ziele.

Uwe Weddige

Foto: KFM

29 02, 2024

Eutertücher richtig reinigen!

2024-02-29T05:25:42+00:0029. Februar 2024|

Auch wenn es im Stall noch so sauber ist, auf eine Reinigung der Zitzen vor dem Melken kann kaum ein Betrieb verzichten. Wer Papiertücher verwendet, spart sich den Reinigungsaufwand. Allerdings geraten diese bei verschmutzen Eutern schnell an ihre Grenzen. Die Reinigungswirkung von Baumwoll- bzw. Mikrofasertüchern ist im Vergleich zu Papiertüchern deutlich besser. Viele Melker loben auch die bessere Haptik von schleuderfeuchten Eutertüchern. Allerdings muss man auf die Hygiene achten:

  • monatliche Reinigung der Maschine mit Waschmaschinenreiniger,
  • regelmäßige bakteriologische Untersuchung gewaschener Euterlappen zur Kontrolle der Keimbelastung,
  • in voll beladenen Waschmaschinen ist der Wascheffekt durch die gegenseitige Reibung größer,
  • regelmäßig das Flusensieb in der Waschmaschine regelmäßig reinigen und
  • auf die Qualität des Waschwassers achten.

Entweder werden die Eutertücher mit einem Desinfektionswaschmittel bei 60 °C gewaschen, bei 90 °C gekocht oder mit Heißluft getrocknet. Die Haltbarkeit vieler Mikrofasertücher leidet jedoch bei der Verwendung von Desinfektionswaschmitteln oder Trockner.

ACHTUNG: Für jede Kuh ist ein eigenes Tuch zu verwenden, ansonsten nimmt die Gefahr der subklinischen Mastitis signifikant zu!

Uwe Weddige

Foto: KFM

27 02, 2024

Klauenbad: Dosierung beachten!

2024-02-27T03:56:23+00:0027. Februar 2024|

Sie führen konsequent eine regelmäßiger Klauenpflege im Betrieb durch? Trotzdem stehen immer wieder lahme Kühe im Stall? Oft liegt es an nassen und verschmutzten Laufflächen im Stall, aber auch das Klauenbad kann ein Grund für das Infektionsgeschehen sein. Immer wieder stellen wir im Rahmen unserer Beratungen falsche Dosierungen der Wirkstoffe fest.

Wird ein Klauenbad überdosiert, reizt und schädigt es die Haut. Es wird zum Wegbereiter für Infektionserkrankungen und verschlechtert damit den Zustand, statt ihn zu verbessern. Bei einem unterdosierten Klauenbad sind dagegen Arbeit und Kosten ineffizient. Die Desinfektionswanne wird eher zur „Infektionswanne“.

Installieren Sie vor dem Klauenbad mit dem Reinigungsmittel eine weitere Wanne zur Vorreinigung der Klauen. Dadurch wird das eigentliche Klauenbad weniger verschmutzt. Zwischen dem Vorbad und dem Behandlungsbad sollte ein Abstand von 1,5 m bis 3,0 m sein. Spätestens nach etwa 150 Tieren ist die Reinigungslösung auszutauschen. Säubern Sie die Wanne sorgfältig, bevor Sie eine neue Lösung hineingeben. Der Bereich vor und hinter dem Klauenbad sollte stets sauber sein und regelmäßig abgeschoben werden.

Mit einer genauen Berechnung unter Berücksichtigung von Mittelkonzentration und Klauenbadvolumen ist die Dosiermenge zu bestimmen. Lesen Sie dazu unser kostenloses Merkblatt mit Rechenbeispielen herunter.

Pflegende, reinigende Klauenbäder können lediglich den allgemeinen Keimdruck senken, aber nicht heilen. Noch so gute Klauenbäder können nie ein Ersatz für regelmäßige Klauenpflege und saubere Lauf- und weiche Liegeflächen sein.

Uwe Weddige

Foto: KFM

23 02, 2024

Kolostrum: an Hygiene denken!

2024-02-23T05:14:54+00:0023. Februar 2024|

Hochwertiges Kolostrum ist die Grundlage jeder erfolgreichen Kälberaufzucht. Aber was ist eigentlich „hochwertiges“ Kolostrum?

Die Biestmilch enthält Immunglobuline, die das neugeborene Kalb mit der nötigen Immunabwehr versorgen. Die Qualität kann mit Hilfe eines Refraktometers bestimmt werden. Ist diese in Ordnung, steht der Kälberkarriere nichts mehr entgegen. Oder doch?

Immer wieder stellen wir fest, dass der weitaus größte Teil der getesteten Kühe ausreichend Immunglobuline im Kolostrum hat, aber weniger als 20% der Kälber ausreichend mit Immunglobulinen versorgt sind.

Ganz offensichtlich wird auch ursprünglich hochwertiges Kolostrum durch starke Keimbelastungen geschwächt.

Auf dem Weg vom Euter der Kuh, über die Melkkanne zum Tränkeimer nimmt die Keimbelastung des Kolostrums ständig zu. War es am Euter noch eine Keimbelastung von 10.000 KbE/ml, konnten am Nuckel mehr als eine Million KbE/ml nachgewiesen werden. Bei sorgfältiger Reinigung der Behälter und der Nuckel war allerdings keine Zunahme des Keimniveaus zu beobachten.

Fazit: Nur eine sorgfältige Reinigung der Gefäße mit geeigneten Reinigungsmitteln und heißem Wasser sowie eine fachgerechte Lagerung der Biestmilch sorgen für den gewünschten Immunstatus. In der Kolostrum-Hygiene stecken viele Reserven, die wir unbedingt nutzen sollten!

Uwe Weddige

Foto: KFM

20 02, 2024

Frauen: führend in der Landwirtschaft?

2024-02-20T03:46:38+00:0020. Februar 2024|

An der Spitze jedes vierten kasachischen Landwirtschaftsbetriebs steht eine Frau. 83.800 kasachische Frauen melken nicht nur Kühe und bauen Tomaten in Gewächshäusern an, sie kümmern sich auch um Steuern und Subventionen, kaufen Zuchtvieh.

Noch immer liegen die Gehälter der Frauen deutlich unter denen der Männer. Ausnahmen bilden die Führungskräfte: So verdienen Generaldirektorinnen landwirtschaftlicher Unternehmen 37% pro Monat mehr als Männer in vergleichbaren Positionen. Ähnlich ist es auch bei anderen Führungspositionen in der Branche.

Anders sieht es aus, wenn man die Nominallöhne in Berufen mit körperlich schwerer Arbeit nach Geschlecht vergleicht. Männliche Viehhalter, Agronomen, Hilfsarbeiter, Pferdepfleger und Gemüsebauern verdienen 8 – 25% mehr als Frauen. Nur im Beruf des Schafhirten ist es anders: Hirtinnen verdienen in Kasachstan 20 Prozent mehr als Hirten.

Auch in Deutschland leiten immer mehr Frauen Landwirtschaftsbetriebe. 2020 waren es 28.412 Betriebsleiterinnen, das sind knapp 10,8 Prozent aller hiesigen Betriebe. Zehn Jahre zuvor waren es noch 8,6 Prozent.

In großen Unternehmen, die als juristische Personen organisiert sind, liegt der Anteil der Betriebsleiterinnen mit 14,3 Prozent deutlich höher als in Familienbetrieben mit 10,9 Prozent.

Trotz des positiven Trends liegt Deutschland innerhalb Europas allerdings am unteren Ende der Skala. Ganz anders sieht es in Litauen und Lettland aus, dort stehen jeweils in 45 Prozent aller Landwirtschaftsbetriebe Frauen an der Spitze, in Estland sind es 33 Prozent. Ungefähr ein Drittel Betriebsleiterinnen können auch Rumänien, Italien und Österreich vorweisen. Der europäische Durchschnittswert liegt bei 29 Prozent.

Besonders Deutschland hat also im Vergleich mit vielen anderen Ländern noch Luft nach oben.

Uwe Weddige

Foto: KFM

15 02, 2024

Proteine aus Insekten

2024-02-15T08:29:35+00:0015. Februar 2024|

Fleischkonsum steht im Ruf, das Klima deutlich stärker als die meisten pflanzlichen Lebensmittel zu belasten. Um Muskelfleisch anzusetzen, brauchen die Tiere eiweißreiches Mastfutter, das oft über große Entfernungen transportiert werden muss.

Nach einem neuen Konzept mästen Landwirte Insekten mit pflanzlichen Reststoffen vor Ort und verfüttern sie anschließend an Hühner, Schweine oder Fische. So entsteht eine regionale Kreislaufwirtschaft aus Abfällen, Tierfutter und landwirtschaftlichen Produkten.

Die automatischen Anlagen produzieren je nach Größe bei 30°C Temperatur jährlich 300 bis 1.500 Tonnen Larven der Schwarzen Soldatenfliege. Die fünf Tage alten Junglarven werden dann sieben Tage lang mit organischen Reststoffen aus Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie gemästet. Dazu zählen Gras, Trester von Trauben, Biertreber und Gemüsereste. Durch Verfütterung an Insekten können die Unternehmen ihre CO2-Bilanz verbessern.

Der Deutsche Verband Tiernahrung begrüßt die alternativen Futtermittel, will jedoch noch keine klare Einschätzung abgeben. Die langfristige Bedeutung von Insekten als Tierfutter könne heute noch nicht seriös eingeschätzt werden.

Uwe Weddige

Foto: Farminsect

13 02, 2024

Eutergesundheit im Blick

2024-02-13T03:58:41+00:0013. Februar 2024|

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

nur gesunde Kühe haben eine hohe Milchleistung und bleiben Ihrem Betrieb lange erhalten. Nur eine ganzheitliche Betrachtung von Haltung, Fütterung und Management sowie die Beurteilung des Gesundheitszustandes der Herde und des Einzeltieres liefern den Schlüssel zum Erfolg. Die Qualität und Sorgfalt von Haltung und Fütterung spiegeln sich stets in den Gesundheitsparametern der Tiere wieder.

Erfahren Sie, wie Sie die Eutergesundheit Ihrer Herde verbessern können und setzen Sie sich kritisch mit der Situation in Ihrem Stall auseinander.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Freude beim Lesen unseres Newsletters.

Ihr KFM-Team

Foto: Weddige

7 02, 2024

SIMA 2024 abgesagt

2024-02-07T05:11:33+00:007. Februar 2024|

Eigentlich hätte die „SIMA 2024“ vom 24. bis 27. November in Paris stattfinden sollen. Wie nun zu erfahren ist, sei die Messe abgesagt worden. Als Grund wird die Prognose eines sehr deutlichen Rückgangs des Landmaschinenmarktes angegeben. Ein wichtiger Anlass dürfte wohl die schleppende Anmeldung von Ausstellern gewesen sein. Bereits im Februar 2023 hatte John Deere seinen Verzicht auf eine Teilnahme gemeldet, im Juni 2023 folgte dann Pöttinger.

In den von der Pandemie geprägten Jahren habe sich die Messelandschaft und das Besuchsverhalten stark geändert, so das Unternehmen. „Wir werden unsere Mittel gezielter in die Kommunikation mit unserer Kundschaft einsetzen“, kommentierte ein Sprecher von Pöttinger die Entscheidung.

Seitdem die Messeleitung entschieden hatte, den Termin vom Februar in den November zu schieben, hakt es bei der SIMA. Schon 2022 waren viele Aussteller der Messe ferngeblieben oder hatten kleinere Ausstellungsstände gebucht. Die Sima konkurriert im November mit der EIMA in Bologna/Italien, die 2022 eine neue Rekordzahl von Ausstellern und Besuchern verzeichnen konnte.

Uwe Weddige

Foto: Entreprises Agricole

6 02, 2024

Methan als Treibstoff für Traktoren?

2024-02-06T03:35:58+00:006. Februar 2024|

Eine Kuh stößt täglich etwa 600 bis 650 Liter klimaschädliches Methan aus. Forscher versuchen eine praktikable Technik zu entwickeln, um das Gas im Stall abzusaugen. Dieses könnte dann Landmaschinen antreiben.

Im Gegensatz zur Lösungssuche für die Verringerung des Methanausstoßes von Kühen in Futterkamp (wir berichteten am 01.02.2024) zielt das “MethAnLand”-Projekt auf die Extraktion der Emissionen direkt am Entstehungsort ab.

Wissenschaftler vom Forschungsinstitut für Nutztierbiologie in Dummerstorf arbeiten an einer Methode, bei der sie das von Kühen ausgestoßene Methan absaugen und als Treibstoff für Motoren nutzen. In einem zweistufigen Verfahren soll das mitabgesaugte Kohlendioxyd abgeschieden und das Methan verflüssigt werden.

Nach Angaben der Dummerstorfer Experten produziert eine Kuh täglich bis zu 650 Liter Methan. Diese Emissionen aus der Landwirtschaft könnten künftig wirksam reduziert werden. Traktoren, die Biomethan tanken gibt es bereits, die Dummerstorfer Idee, Methan aus der Atemluft der Kühe zu gewinnen, ist jedoch bislang weltweit einmalig.

Nun geht es darum, eine praxistaugliche Technik zu entwickeln, die sich in Ställe einbauen lässt. Hierzu wird derzeit im Versuchsstall in Dummerstorf experimentiert. Es dürfte aber noch mindestens 10 bis 20 Jahre dauern, bis die Idee in der Rinderhaltung Einzug findet. Die Bundesregierung unterstützt die Forschung finanziell.

Uwe Weddige

Foto: Weddige

1 02, 2024

Methaninhibitoren im Blick

2024-02-01T03:30:17+00:001. Februar 2024|

Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein untersucht den Einsatz von Methaninhibitoren bei Rindern. Ziel ist es, den Ausstoß des klimaschädlichen Gases zu senken.

Um Herauszufinden, wie sich spezielle Futtermittelzusätze auf die Klimabilanz von Milchkühen auswirken, soll der Einsatz von Methaninhibitoren genauer untersucht werden. Durchgeführt wird das Projekt am LVZ Futterkamp.

Methan zählt zu den klimarelevanten Treibhausgasen und entsteht in erster Linie in der Tierhaltung als Abbauprodukt bei der Wiederkäuerverdauung und zu kleineren Anteilen bei der Lagerung von Wirtschaftsdüngern. Mit 47 % sind die Methanemissionen aus der Tierhaltung die größte Eintragsquelle des Sektors Landwirtschaft. „In den letzten Jahren wurden daher vermehrt Zusatzfuttermittel zur Reduktion der Methanemissionen in der Rinderhaltung entwickelt. In der praktischen Landwirtschaft gibt es bisher jedoch kaum Erfahrungen zu deren Einsatz.

Zum Projektstart wird zunächst der Methanausstoß der Futterkamper Milchviehherde auf Basis bereits erfasster Daten abgeleitet. Berücksichtigt werden dabei unter anderem Parameter wie Milchfettsäuren, Milchleistung und Fütterung. In einem zweiten Schritt folgt ein Fütterungsversuch mit dem Futtermittelzusatzstoff Bovaer, der laut Herstellerangaben den Methanausstoß um 30 % senken soll. Parallel dazu erfolgen regelmäßige tierindividuelle Methanmessungen. Erfasst und ausgewertet werden neben den Methanmessungen unter anderem auch die Milchleistung der Tiere, Futter- und Wasseraufnahme sowie die Wiederkau-Aktivität.

Uwe Weddige

Foto: Milchkühe in Futterkamp (Weddige)

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