Sie führen konsequent eine regelmäßiger Klauenpflege im Betrieb durch? Trotzdem stehen immer wieder lahme Kühe im Stall? Oft liegt es an nassen und verschmutzten Laufflächen im Stall, aber auch das Klauenbad kann ein Grund für das Infektionsgeschehen sein. Immer wieder stellen wir im Rahmen unserer Beratungen falsche Dosierungen der Wirkstoffe fest.
Wird ein Klauenbad überdosiert, reizt und schädigt es die Haut. Es wird zum Wegbereiter für Infektionserkrankungen und verschlechtert damit den Zustand, statt ihn zu verbessern. Bei einem unterdosierten Klauenbad sind dagegen Arbeit und Kosten ineffizient. Die Desinfektionswanne wird eher zur „Infektionswanne“.
Installieren Sie vor dem Klauenbad mit dem Reinigungsmittel eine weitere Wanne zur Vorreinigung der Klauen. Dadurch wird das eigentliche Klauenbad weniger verschmutzt. Zwischen dem Vorbad und dem Behandlungsbad sollte ein Abstand von 1,5 m bis 3,0 m sein. Spätestens nach etwa 150 Tieren ist die Reinigungslösung auszutauschen. Säubern Sie die Wanne sorgfältig, bevor Sie eine neue Lösung hineingeben. Der Bereich vor und hinter dem Klauenbad sollte stets sauber sein und regelmäßig abgeschoben werden.
Mit einer genauen Berechnung unter Berücksichtigung von Mittelkonzentration und Klauenbadvolumen ist die Dosiermenge zu bestimmen. Lesen Sie dazu unser kostenloses Merkblatt mit Rechenbeispielen herunter.
Pflegende, reinigende Klauenbäder können lediglich den allgemeinen Keimdruck senken, aber nicht heilen. Noch so gute Klauenbäder können nie ein Ersatz für regelmäßige Klauenpflege und saubere Lauf- und weiche Liegeflächen sein.
Uwe Weddige
Foto: KFM