Lahmheiten bei jungen Milchkühen haben ihren Ursprung oft bereits im Färsenalter.  Professor Nigel Cook von der Universität in Wisconsin-Madison ist sich sicher, dass viele Erkrankungen ihren Ursprung bereits im Färsenalter haben.

„Besonders Dermatitis digitalis (DD oder auch Mortellaro) ist eine hochgradig ansteckende Krankheit, die sich in Laufställen ausbreitet“, erklärt Nigel Cook. Er beobachtete, dass in einigen Herden bis zu 30 Prozent der Färsen mit verräterischen DD-Läsionen aufwachsen.

Diese dunkelroten, erdbeerartigen und haarigen Strukturen an der Ferse und in den Zehenzwischenräumen des Jungrinds sind äußerst schmerzhaft. Sie können zudem dazu führen, dass die Kühe ein Leben lang unter chronischen und schwer zu behandelnden Läsionen leiden. Dies wiederum führt zu ständigem Stress, eingeschränkter Mobilität und geringem Produktionspotenzial.

Er empfiehlt, Färsen und Kühe regelmäßig und sorgfältig auf Anzeichen von DD-Läsionen zu untersuchen und auffällige Tiere sofort mit Fußbädern zu behandeln. Eine trockene Umgebung verringert zudem die Gefahr, dass sich Motellaro schon früh im Leben einer späteren Milchkuh festsetzt. Zusätzlich konnte Cook in Untersuchungen einen positiven Zusammenhang zwischen einer Futterergänzung mit organischen Spurenelementen, vor allem Zink, und der Vorbeugung von Mortellaro feststellen.

Uwe Weddige

Foto: KFM