6 04, 2023

Nabelentzündungen verhindern

2023-04-06T04:21:40+01:006. April 2023|

Infektionen des Nabels führen nicht nur zu gesundheitlichen Beeinträchtigung einzelner Tiere, im Beratungsgeschehen werden uns immer wieder an Nabelentzündung erkrankte Kälber mit geringen Tageszunahmen und Kümmerer vorgestellt. Das Infektionsgeschehen sollte daher unbedingt rechtzeitig erkannt und wenn möglich verhindert werden.

Die Ursache von Nabelentzündungen sind oftmals in der mangelnden Kolostrumversorgung und in der schlechten Hygiene zu finden. In vielen Fällen trägt das gegenseitige Besaugen der Tiere zur Problematik bei.

Hauptsymptome sind Verdickung, Erwärmung, Fieber und Ausfluss, die insbesondere in der ersten Phase leicht zu übersehen sind. Umso wichtiger ist die regelmäßige Kontrolle der neugeborenen Kälber und eine genaue Sichtprüfung des Nabelschnurrests unter hygienischen Bedingungen. Oft verdickt und erwärmt sich der Nabelstrang schnell, begleitet von zunehmender Schmerzhaftigkeit für das Tier. Der Nabel ist feucht und es tritt Fieber über 39,5 °C auf. Bei einer hochgradigen Nabelentzündung ist Fieber über 39,5 °C, oft kombiniert mit eitrigem, riechendem Ausfluss aus dem Nabel festzustellen. Das Kalb zeigt einen gekrümmten Rücken, reduzierte Futteraufnahme und deutliche Schmerzzeichen.

Diese Tiere sind umgehend tierärztlich zu versorgen, sonst sind schwere Schäden wie Leberabszesse, Gelenk- und Lungenentzündungen sowie Entwicklungsdepression unvermeidbar.

Lesen Sie dazu die KFM-Merkblätter „Nabelentzündung beim Kalb“, „Gegenseitiges Besaugen der Kälber – 16 Tipps“ und „Kolostrum-Management“.

Uwe Weddige

Foto: swissgenetics

4 04, 2023

Reicht die Futteraufnahme?

2023-04-04T06:57:57+01:004. April 2023|

Milchkühe bedarfsgerecht zu füttern ist nicht einfach. Wichtig ist eine hohe Futteraufnahme, um die Kühe vor allem im kritischen ersten Laktationsdrittel richtig auszufüttern. Viele Herdenmanager geben Werte um 24 kg TM an, bei genauer Betrachtung sind es aber oft deutlich weniger als 20 kg.

Die folgenden Tipps unterstützen Sie dabei, die Futteraufnahme Ihrer Herde langfristig zu steigern.

Füttern Sie täglich immer zur gleichen Zeit und schieben Sie das Futter stündlich an das Fressgitter. In vielen Betrieben ist festzustellen, dass die Mischung aus dem Futtermischwagen sehr heterogen ist. Der Grund ist oft in zu kurzen Mischzeiten oder in der Überfüllung der Mischwagen zu finden. Achten Sie beim Futter besonders auf Hygiene! Modrige und pilzbelastete Stellen sind bereits im Silo sehr großzügig zu entfernen.

Einen Futterrest von mind. 3 – 5% sollten Sie einkalkulieren. Erstlaktierende mit schon geringer Futteraufnahme oder rangniedere Tiere können oft erst zum Schluss fressen. Dadurch besteht das Risiko, dass nur noch wenig Futter vorliegt und die Energiedichte durch Selektion reduziert ist. Ein ausgeglichenes Tier/Fressplatzverhältnis ist von großem Vorteil. Zu jeder Tages- und Nachtzeit müssen die Tiere Zugang zu reichlich Futter haben.

Stress, Verdrängung und Unruhen wirken sich negativ auf die Futteraufnahme aus. Reduzieren Sie daher möglichst alle externen Ruhestörer und halten Sie feste Routinen und Uhrzeiten in Fütterung, Melken und Kuhbehandlungen ein. Gewährleisten Sie außerdem eine gleichmäßige Ausleuchtung im ganzen Stall bei Tag mit 100 – 150 Lux.

Lesen Sie dazu das KFM-Merkblatt „Futteraufnahme bei Milchkühen steigern – 10 Tipps“ und die KFM-Checkliste „Fütterung laktierender Kühe“.

Uwe Weddige

Foto: Weddige

3 04, 2023

Was verrät uns die Körpertemperatur?

2023-04-03T03:00:16+01:003. April 2023|

Der Zeitraum rund um die Geburt, die sogenannte Transitphase, ist entscheidend für einen guten Start in die Laktation. Dabei ist die routinemäßige Messung der Körpertemperatur eine einfache und günstige Methode, die Tiergesundheit in dieser Phase zu überwachen.

Durch diese einfache Maßnahme kann der Zeitraum der bevorstehenden Geburt eingegrenzt werden: einige Tage vor der Kalbung steigt die Körpertemperatur auf 39,0 bis 39,5°C an. Sobald die Temperatur um 0,5 bis 1,0 °C absinkt, ist in den nächsten zwölf bis 24 Stunden mit der Geburt zu rechnen.

Sinkt die Körpertemperatur nach der Kalbung auf unter 38,2°C, kann dies ein erster Hinweis auf einen Kalziummangel sein. So kann man frühzeitig Maßnahmen gegen Milchfieber einleiten. Zusammen mit Fressunlust kann ein Wert unter 38,2°C auch ein Hinweis auf eine Ketose sein.

Steigt die Körpertemperatur nach der Geburt aber auf über 39,5°C an, ist dies ein deutliches Anzeichen auf ein Entzündungsgeschehen. Gründe können zum Beispiel Nachgeburtsverhalten oder eine akute Euterentzündung sein.

Neben der sonst bekannten Überwachung des Gesundheitszustandes der Tiere eignet sich das Messen der Körpertemperatur als einfache Methode, eine bevorstehende Geburt einzugrenzen und Stoffwechselstörungen bzw. Entzündungen frühzeitig zu erkennen.

Lesen Sie dazu das KFM-Merkblatt „Was verrät uns die Körpertemperatur?“.

Uwe Weddige

Grafik: KFM/Gasteiner

31 03, 2023

Ohne Wasser keine Milch

2023-03-31T11:57:26+01:0031. März 2023|

Kühe benötigen bis zu 200 Liter Wasser am Tag. Der Bedarf hängt von Gewicht, täglicher Futteraufnahme und Umgebungstemperatur ab, aber auch die Milchleistung und der Laktationstag spielen eine Rolle. Ohne ausreichend Wasser nimmt die produzierte Milchmenge ab.

Eine trockenstehende Kuh beispielsweise benötigt ca. 50 bis 70 Liter, eine hochlaktierende Kuh an heißen Tagen bis zu 200 Liter. Trinkwasser deckt 80 bis 90% des gesamten täglichen Wasserbedarfs der Kühe. Der Rest wird durch das Futter aufgenommen. Eine Kuh im Stall geht pro Tag 3 bis 10 Mal, auf der Weide 2 bis 5 Mal zur Tränke, wo sie durchschnittlich 5 bis 8 Liter Wasser pro Minute aufnimmt. Dieser Wert kann mit bis zu 25 Litern pro Minute auch weitaus höher sein. Am höchsten ist der Wasserbedarf nach dem Melken und der Futteraufnahme.

Ein zu enges Tier-Tränke-Verhältnis, falscher Standort und Funktionsmängel der Tränken fallen bei vielen Beratungsbesuchen auf. Besonders Verschmutzungen durch Biofilme, Futterreste und Kot sowie schlechte Wasserqualitäten vermindern die Futteraufnahme. Außerdem scheiden die Tiere weniger Harn aus, damit steigt die Konzentration des Urins. Dies kann zu erhöhter Krankheitsanfälligkeit führen.

Besonders in den Sommermonaten kann Wassermangel in Kombination mit warmen Temperaturen eine große Belastung für den Organismus und Stoffwechsel der Tiere darstellen. Dadurch fressen Kühe weniger und geben folglich weniger Milch.

Jetzt ist noch Zeit, die Wasserversorgung kritisch zu prüfen. Lesen Sie dazu die KFM-Merkblätter „Wasserversorgung für Milchkühe“, „Tränkewasser überprüfen“ und „Tränkewasser aufbereiten“.

Uwe Weddige

Grafik: KFM

27 03, 2023

Rindersteaks aus dem Labor

2023-03-27T03:12:21+01:0027. März 2023|

Erstmals ist es gelungen, ein Rindersteak im Labor herzustellen. Das teilte das Schweizer Startup Mirai Foods kürzlich mit. Eine neue Technologie sorge für eine Kultivierung von Gewebe, wodurch herkömmliches Fleisch nachgeahmt werden könne, heißt es aus der Schweiz.

Unstrukturiertes Brät hatte sich bereits in Bioreaktoren nachbilden lassen. Aber ein Filetsteak sei die „ultimative Herausforderung“, betonte der Mirai Foods-Geschäftsführer und Mitgründer Christoph Mayr, denn es bestehe aus verschiedenen Zelltypen, die eine komplexe Fleischstruktur ergeben würden. „Dieser Strukturierungsprozess ist technologisch anspruchsvoll und macht die Herstellung von Steaks extrem schwierig“, erklärte Mayr.

Lange und voll ausgereifte Muskelfasern werden in dem vom Unternehmen selbst entwickelten Bioreaktor herangezüchtet, dann durch Enzyme verbunden und mit ebenfalls gezüchtetem Fettgewebe kombiniert. Laut Unternehmen alles ohne Gentechnik.

Fünf Tage dauere es, bis das Filetstück fertig sei, aus dem dann Steaks in fast jeder Dicke geschnitten werden könnten. Anfang Februar hatte bereits das englische Unternehmen 3D Bio-Tissues (3DBT) verkündet, ihm sei das weltweit erste Schweinefilet aus kultivierten Zellen geglückt. Auch hier liegt eine patentierte firmeneigene Technologie zugrunde.

Uwe Weddige

Foto: LebensmittelZeitung

20 03, 2023

Melkstand: Fußboden sanieren!

2023-03-20T02:50:36+00:0020. März 2023|

Oft beginnt es damit, dass Kühe nur zögerlich zum Melken kommen, sie vermehrt ausrutschen und die ersten Wasserpfützen sichtbar sind. Feuchtigkeit, Kot, Urin und Milch sowie der ständige Kuhverkehr lassen den Boden verschleißen. Irgendwann muss er erneuert werden. Aber wie?

Der Aufwand, die Laufflächen im laufenden Betrieb zu sanieren, ist hoch. Der neue Bodenbelag sollte gut und schnell zu reinigen sein. Für Kühe sind eine gute Tritt- und Standsicherheit der wichtigste Faktor. Ein möglichst bequemer Laufkomfort ist ebenfalls wünschenswert.

Epoxidharz-Beschichtungen sind die erste Wahl, sie halten lange und sind gut zu reinigen.     Guss-Asphalt hat sich ebenfalls bewährt und er lässt sich genauso wie Gummibeläge zwischen den Melkzeiten einbauen. Beton und Fiesen überzeugen in Sachen Haltbarkeit nur wenig und sind nicht mehr Stand der Technik.

Sanierungen im Melkstand sind nicht einfach und bedeuten einen großen Arbeitsaufwand. Sparen Sie nicht am falschen Ende! Nur wer auf geeignetes Material setzt und dieses fachgerecht einbaut, schafft gute Bedingungen für Mensch und Tier für die kommenden 10 Jahre.

Uwe Weddige

Foto: Weddige

15 03, 2023

Chinas Superkühe

2023-03-20T02:48:30+00:0015. März 2023|

Chinesische Wissenschaftler züchten Kühe mit einer bis zu 50% höheren Milchleistung als bisherige Milchleistungskühe in den USA. Geplant ist in zwei bis drei Jahren eine Herde mit 1.000 „Superkühen“, um die Abhängigkeit Chinas von Milch- und Rinderimporten zu verringern.

Die Geburt der ersten drei Kälber sei der erste erfolgreiche Versuch, die Keimplasma-Ressourcen von „Superkühen“ mit der Methode des somatischen Zellkerntransfers zu vermehren, erläuterten die verantwortlichen Wissenschaftler der Northwest A&F University in China.

Die jüngst geborenen Kälber stammen von Holstein-Friesian-Kühen ab, die im Laufe der Jahre nach China importiert wurden und in der Lage sind, bis zu 18.000 kg Milch bei Lebensleistungen von 100.000 kg und mehr zu produzieren.

Laut der Global Times berichten Experten, dass die Nachfrage nach Milchprodukten in China steigt und China auf den Import von Zuchttieren und Milchprodukten angewiesen ist.

Uwe Weddige

Grafik: KFM

12 03, 2023

Ammoniakemissionen verringern

2023-03-12T02:59:17+00:0012. März 2023|

Zur Reduktion von Emissionen des Ammoniak-Gases (NH3) im Stall könnte möglicherweise schon bald die Applikation von sogenannten Ureasehemmern auf Laufgängen empfohlen werden. Aktuell läuft am Julius-Kühn-Institut (JKI) in Braunschweig in Kooperation mit der Christian-Albrechts-Universität in Kiel ein entsprechender Versuch.

In Versuchen testete das Team um Annika Ehmke den Einsatz einer Substanz, die die Bildung von Urease verringert Die Applikation soll entweder über einen Entmistungsroboter oder über ein schienengeführtes Spritzgestänge über den Laufgängen erfolgen. Dadurch verläuft die Umwandlung von Harnstoff in Ammonium deutlich langsamer. Im Ergebnis sind nicht nur 40 bis 60 % weniger NH3-Emissionen zu erwarten, sondern auch deutlich wahrnehmbare Verbesserungen der Stallluft.

Im praktischen Einsatz konnten die Wissenschaftler bereits die Unbedenklichkeit für Tier, Mensch und Umwelt nachweisen. Die Zulassung für die Anwendung im Stall ist für Ende 2023 geplant.

Quelle: Düsser Milchviehtage 2023

Foto: KFM

7 03, 2023

Klauenbad richtig dosieren

2023-03-07T05:51:56+00:007. März 2023|

Wird ein Klauenbad überdosiert, reizt und schädigt es die Haut. Es wird zum Wegbereiter für Infektionserkrankungen wie Mortellaro und Panaritium. Es verschlechtert den Zustand, statt ihn zu verbessern. Eine zu geringe Wirkstoffkonzentration senkt nicht den Keimdruck im Bestand. Die Desinfektionswanne wird viel mehr sogar zur „Infektionswanne“.

Drei Schritte sind notwendig:

  1. Mit welchem Wirkstoff, in welcher Konzentration und wie häufig ein Klauenbad durchgeführt wird, richtet sich immer nach der Klauengesundheit einer Herde. Erfahrene Tierärzte und gute Klauenpfleger geben betriebsindividuelle Empfehlungen.
  2. Für eine genaue Dosierung des Wirkstoffes ist das praktische Füllvolumen zu ermitteln. Der geringe Aufwand für das Auffüllen des Beckens mit abgezählten Wassereimern lohnt sich.
  3. Der Wirkstoff eines Klauendesinfektions- bzw. -pflegemittels liegt in einer bestimmten Konzentration vor. Um den Wirkstoff entsprechend der empfohlenen Konzentration in das Klauenbad zu bekommen, kommt man um eine Berechnung nicht herum.

Um sicherzustellen, dass die Lösung im Klauenbad die Haut nicht reizt, ist der pH-Wert eine wichtige Kontrollgröße. Durch den Eintrag von Kot, Harn und Wasser wird der Wirkstoff verdünnt, die Lösung unwirksam und der pH-Wert steigt. Er soll aber stabil zwischen pH 4,0 und 5,5 liegen.

Ein Klauenbad kann immer vorbeugend wirken, aber nie heilend! Damit etwa akute Mortellaro-Läsionen abheilen können, müssen sie mit einem geeigneten Produkt und Verband behandelt werden.

Uwe Weddige

Grafik: KFM

3 03, 2023

Mehr Wasser – weniger Durchfall

2023-03-03T05:36:56+00:003. März 2023|

Ohne Wasser läuft im Kälberstall nichts. Schon ab dem ersten Lebenstag muss Kälbern Wasser angeboten werden.

Kälber, die jederzeit Wasser aufnehmen können haben erwiesenermaßen weniger Durchfall. Wenn es dennoch zu Durchfallerkrankungen kommt, dann können durch die Wasseraufnahme Stoffwechselstörungen durch Flüssigkeits- und Pufferverluste gemindert werden.

Auch im Winter ist die Wasserversorgung bei Kälbern elementar, denn sie fördert die Entwicklung des Pansens und damit eine frühe Kraftfutteraufnahme. Wichtig ist dabei, dass das Wasser warm verabreicht wird. Die Temperatur sollte bei 38 bis 39 °C liegen, also in etwa der Körpertemperatur des Tieres entsprechen. Bei zu kaltem Wasser benötigen Kälber zusätzliche Energie, um dieses aufzuwärmen. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Wasser weniger schnell einfriert.

Unser Tipp: Bieten Sie das Wasser immer zum gleichen Zeitpunkt an. So gewöhnen sich Ihre Kälber schnell an ein regelmäßiges Trinken.

Uwe Weddige

Foto: KFM

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